MANNHEIM. Der Mannheimer Stadtrat Julien Ferrat plant eine Sex-Orgie im Mannheimer Rathaus. „Das Rathaus ist zentral gelegen und somit für Swingerpartys perfekt geeignet. Es gibt keine Hausordnung oder kommunale Satzung, die Swingerpartys im Rathaus explizit verbietet“, sagte der 35jährige am Donnerstag.
Er wies bereits darauf hin, dass wenn die Stadt Mannheim die Veranstaltung nicht genehmigen wird, er bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen wolle. Laut Ferrat ist eine politische Swingerparty „juristisches Neuland“. Bisher gebe es keine höchstrichterliche Rechtsprechung dazu, ob eine derartige Sex-Orgie im Rathaus für einen Mandatsträger zulässig sei. Sollte auch das Bundesverfassungsgericht seinen Plan verbieten, werde er die Veranstaltung in einen privaten Raum verlegen. „Die Party findet also auf jeden Fall statt.“
Die Stadt Mannheim kündigte bereits an, dass die Stadtverwaltung Kontakt mit Ferrat aufnehmen werde. Denn „anhand der bisher bekannten, sehr rudimentären Informationen bestehen erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit und Durchführbarkeit der von ihm genannten Pläne“, sagte ein Sprecher gegenüber dem SWR.
Ferrat fällt nicht zum ersten Mal auf
Ferrat vertritt im Gemeinderat die lokale Wählervereinigung „Die Mannheimer“. In diese zog er erstmals 2014, damals noch über die Linkspartei. Bereits ein Jahr später wechselte er zur Familien-Partei.
2016 veröffentlichte er Gangster-Rap auf YouTube. Die Linkspartei bezeichnete ihn deswegen als „eine Schande für Mannheim, eine Blamage als Lokalpolitiker“. Zudem erhielt Ferrat eine förmliche Rüge vom Gemeinderat. Es folgten weitere Lieder, 2018 lud er einen sogenannten Diss-Track gegen den damaligen Mannheimer Oberbürgermeister der SPD hoch, in dem er diesen beschimpfte.

Schon 2017 zeigte sich der Lokalpolitiker nackt in der Öffentlichkeit. Er protestierte ohne Klamotten vor dem Mannheimer Rathaus gegen den Doppelhaushalt. Weiter veranstaltete er nackte Sprechstunden, etwa in einer Sauna oder am FKK-Strand. 2018 trat er aus der Familien-Partei aus und gründete die Mannheimer Volkspartei. Der erneute Einzug ins Parlament gelang ihm 2019 nicht.
Gruppensex auf Reise des Kommunalpolitikers
Schließlich zog Ferrat 2024 über die Wählervereinigung „Die Mannheimer“ wieder ins Parlament ein. Bei der kommunalen Liste handelt es sich um den Rechtsnachfolger seiner früher selbst gegründeten Partei.
Seitdem er wieder im Gemeinderat sitzt, lässt er über das Amtsblatt unter anderem Nacktfotos von sich veröffentlichen. Zudem warb er 2025 für seine Reise ins südfranzösische FKK-Swinger-Dorf Village Naturiste in Cap d’Agde (JF berichtete). Im Nachgang berichtete Ferrat, dass es zwischen den Teilnehmern zu Gruppensex gekommen sei. (mas)




