MÜNCHEN. Nach den viel Empörung auslösenden Äußerungen der ARD-Journalistin Anja Kohl hat der Bayerische Rundfunk (BR) eine Stellungnahme abgegeben. Kohl hatte im BR-„Sonntags-Stammtisch“ von der AfD eine Distanzierung von den Prügelattacken gegen Journalisten am Rande des Parteitages gefordert – und damit suggeriert, die Gewalt sei von AfD-Anhängern ausgegangen.
Tatsächlich hatten Linksextremisten bei „Widersetzen“-Aufmärschen Reporter von Apollo News und der JUNGEN FREIHEIT verprügelt.
Offenbar aufgrund von Protesten der Zuschauer über die Verdrehung der Geschehnisse (die JF berichtete) bezog der BR nun Stellung: „Aus Sicht der Redaktion wäre es durchaus lohnenswert gewesen, über die Proteste und den Umgang damit in der Sendung zu diskutieren. Dafür fehlte am Ende der Sendung leider die Zeit“, schreibt der öffentlich-rechtliche Sender nun auf seiner Korrekturseite.
BR korrigiert nicht wirklich
Allerdings korrigiert der BR die Aussagen allerhöchstens zwischen den Zeilen. Denn weiter heißt es: „Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten verurteilen der BR und auch Anja Kohl entschieden – egal von welcher Seite.“
Kohl selbst hat sich bislang nicht geäußert – auch nicht auf Anfrage. Sie arbeitet unter anderem für die ARD-„Tagesthemen“, in denen sie live von der Frankfurter Börse berichtet und moderiert die Sendung „Wirtschaft vor acht“ kurz vor der ARD-„Tagesschau“ um 20 Uhr.
Völlig irre: Anja Kohl, ARD-Journalistin, fordert AfD beim Sonntags-Stammtisch des @br24 auf, sich von Angriffen auf Journalisten (von @jungefreiheit und @apollo_news_de) zu distanzieren. Keiner korrigiert sie, dass die Täter Linksradikale waren! pic.twitter.com/O7Mo1UqHGF
— Dieter Stein (@Dieter_Stein) July 5, 2026
Unter der Rubrik „Mein Ärger der Woche“ war Anja Kohl im BR-„Sonntags-Stammtisch“ auf die brutalen Angriffe zu sprechen und redete zunächst richtigerweise von „Kopftritten von Gegendemonstranten“, um dann sofort anzuschließen:
„Und die AfD hat es nicht geschafft, sich davon zu distanzieren, überhaupt dazu Stellung zu nehmen. Das heißt, das waren wirklich gewalttätige Angriffe auf Journalisten in Deutschland, die am Rande des AfD-Parteitages sehr sauber versucht haben zu berichten. Mein absolutes Ärgernis dieser Woche: Journalisten in diesem Land, die berichten, müssen geschützt werden vor Angriffen, und man muss dann auch Parteien haben, die sich distanzieren von so einer Sache.“
AfD verurteilte Gewalt sofort
Tatsächlich hatte AfD-Chefin Alice Weidel die Angriffe noch am Sonnabend, als sie geschahen, scharf verurteilt und ergänzt: „Ich muss sagen, die anderen Parteien und auch die Medien: Sie waren sehr leise, um das zu verurteilen.“

Wäre Kohl bei den Fakten geblieben, hätte sie Linkspartei, Grüne und SPD auffordern müssen, sich zu distanzieren. Denn unter anderem diese Parteien hatten zu den Protesten gegen den AfD-Parteitag in Erfurt aufgerufen. (fh)