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Niederlande: Amsterdam will Wohnheim trotz Migrantengewalt nicht schließen

Niederlande: Amsterdam will Wohnheim trotz Migrantengewalt nicht schließen

Niederlande: Amsterdam will Wohnheim trotz Migrantengewalt nicht schließen

Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema (m.): Wußte seit Jahren über die Probleme im Wohnheim. (Themenbild)
Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema (m.): Wußte seit Jahren über die Probleme im Wohnheim. (Themenbild)
Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema (m.): Wußte seit Jahren über die Probleme im Wohnheim. Foto: picture alliance / ANP | Robin van Lonkhuijsen
Niederlande
 

Amsterdam will Wohnheim trotz Migrantengewalt nicht schließen

Ein Wohnheim in Amsterdam soll das Miteinander von Asylbewerbern und heimischen Studenten fördern – stattdessen wird es zum Schauplatz einer Vergewaltigung, weiteren sexuellen Übergriffen und Messergewalt. Die Gemeinde schließt dennoch ein vorzeitiges Ende des Projektes aus.
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AMSTERDAM. Die Gemeinde Amsterdam hat sich trotz massenhafter sexueller Übergriffe und Drogendelikten durch Migranten gegen ein vorzeitiges Ende des Integrationsprojekts „Stek Oost“ ausgesprochen. Das Wohnheim soll unverändert bis April 2028 betrieben werden, berichtet die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt BNNVARA. Vergangene Woche hatte der Sender NPO 2 deren Reportage über das 2018 ins Leben gerufene Projekt ausgestrahlt. Darin schildern die Bewohner unter anderem regelmäßige Gewalttaten in den gemeinsamen Räumen.

Demnach hatte die für die Siedlung zuständige Wohnungsbaugesellschaft Stadgenoot bereits 2019 von der Gemeinde und der Polizei einen Aktionsplan gegen sexuellen Mißbrauch gefordert. Auch wußte sie von einer Vergewaltigung durch einen syrischen Bewohner, die im selben Jahr stattgefunden hatte, doch die Polizei stellte eine Untersuchung aufgrund mangelnder Beweise ein. Der Mann wurde erst im März 2022 nach seiner zweiten Sexualstraftat aus dem Wohnheim rausgeworfen und zwei Jahre später zu einer Haftstrafe verurteilt. Ein weiterer Student berichtete, er sei mit einem Küchenmesser bedroht worden.

Amsterdamer Wohnungsbaugesellschaft wollte „Stek Oost“ einstellen

Das Projekt „Stek Oost“ soll die Integration zwischen Asylmigranten und Einheimischen fördern. Bis Januar 2024 wurde die Hälfte der 250 Wohnungen dort an niederländische Studenten vergeben, die andere Hälfte an Asylberechtigte. Danach wurde die Asylquote nach Angaben der Wohnungsbaugesellschaft auf 30 Prozent reduziert. Asylsuchende und Studenten werden durch ein sogenanntes Buddy-System miteinander verbunden, um Zusammenhalt zu fördern.

Laut BNNVARA wollte Stadgenoot das Projekt bereits 2023 aufgrund der Vorfälle einstellen, nachdem die Mitarbeiter des Unternehmens bedroht worden waren. Die Gemeinde Amsterdam lehnte dies allerdings ab. Man könne nicht 250 Menschen „auf einmal auf die Straße setzen“, verteidigte Bezirkspräsidentin Carolien de Heer von der sozialdemokratischen PvdA das Vorgehen gegenüber der Rundfunkanstalt.

Schon vor der BNNVARA-Reportage geriet das Projekt „Stek Oost“ wegen Drogenvorfällen und Messerangriffen auf dem Gelände in die Negativschlagzeilen. 2022 erklärte Amsterdams grüne Bürgermeisterin Femke Halsema, die Probleme im Wohnheim seien ihr bekannt. 2024 forderten unter anderem die rechtsliberale VVD und die liberal-konservative JA21 die Einstellung des Projekts. Eine aktuelle Debatte über das Wohnheim nahm das Präsidium des Gemeinderats von der Tagesordnung der kommenden Sitzung. Das Thema war am Sonntag vom Stadtrat der nationalistischen FvD, Anton van Schijndel, beantragt worden. (kuk)

Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema (m.): Wußte seit Jahren über die Probleme im Wohnheim. Foto: picture alliance / ANP | Robin van Lonkhuijsen
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