WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat in Washington nun doch noch eine Friedensnobelpreis-Medaille entgegengenommen. Überreicht wurde sie ihm von der venezolanischen Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado. Trump sprach von einer „wundervollen Geste gegenseitigen Respekts“ und erklärte, sie habe ihm ihren Nobelpreis für seine Arbeit überreicht. Machado sagte vor Journalisten, sie habe dem US-Präsidenten die Medaille „präsentiert“.
Das Nobelkomitee in Oslo betonte jedoch, daß der Preis nach den geltenden Regeln nicht weitergegeben werden kann.
Machado bezeichnete den Schritt als Anerkennung für Trumps „einzigartiges Engagement für unsere Freiheit“. Sie verwies dabei auf die Gefangennahme des langjährigen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte Anfang Januar (die JF berichtete). Bereits zuvor hatte Machado erklärt, der Preis gehöre dem „venezolanischen Volk“ und solle an Trump weitergereicht werden. Das Nobelkomitee widersprach dieser Darstellung ausdrücklich. Ein Nobelpreis könne weder widerrufen noch geteilt oder übertragen werden. Diese Regel gelte seit mehr als 125 Jahren und sei verbindlich.
El mensaje con que María Corina le ha dado la medalla del Nobel a Trump, tal y como adelantamos en @abc_es
«Al presidente Donald J. Trump.
En gratitud por su extraordinario liderazgo en la promoción de la paz mediante la fuerza, el impulso de la diplomacia y la defensa de la… pic.twitter.com/JcaUqFdA9c
— David Alandete (@alandete) January 16, 2026
Trump räumt Machado wenig Chancen ein
Die politische Lage in Venezuela bleibt auch nach der Gefangennahme Nicolás Maduros ungeklärt. Von Neuwahlen oder einem klaren Übergang zu demokratischen Strukturen ist bislang keine Rede. Trump selbst hatte Machado zuletzt öffentlich geringe Chancen eingeräumt, das Land zu führen. Sie sei „eine sehr nette Frau“, flöße jedoch „keinen Respekt ein“, sagte der US-Präsident über die 58jährige. Statt auf Machado setzen die USA derzeit auf Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez, die bis zu Maduros Festnahme dessen Stellvertreterin war.
Trump lobte Rodríguez nach einem Telefonat als „fantastisch“ und betonte, man komme „sehr gut mit Venezuela klar“. Inhaltlich gehe es dabei vor allem um Erdöl, Mineralien, Handel und nationale Sicherheit. Demokratische Reformen spielen in den öffentlichen Verlautbarungen Washingtons bislang eine untergeordnete Rolle. (rr)






