BERLIN. Die Mehrheit der Deutschen blickt mißtrauisch auf die Zustimmung der CDU und CSU zu der jüngst beschlossenen Rekord-Schuldenaufnahme. Laut dem ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap halten 68 Prozent die Begründung des CDU-Chefs Friedrich Merz für nicht glaubwürdig, mit dem Eklat im Weißen Haus zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj habe sich die politische Lage geändert. Der gegenteiligen Auffassung sind 27 Prozent der Befragten.
Ausschließlich die Unionsanhänger glauben Merz mehrheitlich, mit 62 Prozent Vertrauensvorschuß. 34 Prozent lehnen hingegen die Begründung als zweifelhaft ab. Das größte Mißtrauen ruft der Kurswechsel unter den AfD- und Linkspartei-Anhängern mit jeweils 93 Prozent und 81 Prozent, die ihn für nicht glaubwürdig halten, hervor.
Nach Merz-Wende verlieren die Unionsparteien
Zudem verloren die Unionsparteien an Zustimmung. Würde am Sonntag die Bundestagswahl stattfinden, kämen die CDU und CSU zusammen auf 26 Prozent, was einem Verlust gegenüber der ARD-Umfrage im März um drei Prozentpunkte entspricht. Dagegen nahm die AfD am stärksten zu, von 21 auf 24 Prozent. Das ist der höchste bisher von Infratest ermittelte Wert. Die drittplatzierte SPD stagniert bei 16 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit elf Prozent Zustimmung und einem Minus von einem Prozentpunkt. Die Linkspartei konnte sich hingegen von neun auf zehn Prozent verbessern.

Nicht im Bundestag vertreten wären die FDP und das BSW. Während die FDP um einen Prozentpunkt zulegte, fiel die Partei von Sahra Wagenknecht von fünf auf vier Prozent. Beide Parteien hatten im Bundesrat eine Enthaltung zum Schuldenpaket in ihren jeweiligen Landesregierungen durchgesetzt. (kuk)