BERLIN. Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat trotz anhaltend hoher Infektionszahlen Urlaub gemacht. „Sie hatte Urlaub in den letzten zwei Wochen“, teilte Senatskanzleichef Christian Gaebeler (SPD) der B.Z. am Montag mit. Resturlaub werde nicht ausgezahlt, erläuterte der Sozialdemokrat. Vertreten wurde sie in der Zwischenzeit von ihrem Staatssekretär Martin Matz (SPD).
Mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 371,5 erreichten die Ansteckungszahlen in der Bundeshauptstadt am Montag einen neuen Höchststand seit Beginn der Pandemie vor knapp zwei Jahren. Für 5- bis 14jährigen lag der Wert sogar bei 842,8. Die Impfquote in dem Bundesland lag zuletzt bei 69 Prozent.
FDP: Senatorin hätte auf Urlaub verzichten sollen
Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP im Berliner Abgeordnetenhaus, Florian Kluckert, kritisierte die Urlaubs-Entscheidung der Senatorin und nannte sie „ein ganz schönes Ding“. Sie hätte auf ihren Urlaub verzichten sollen, zumal das Ende ihrer Amtszeit ohnehin schon abzusehen sei. „Bei allem Verständnis für die Dauerbelastung durch die Krise: Wenn Senatorin Kalayci Resturlaub abbummelt, setzt sie ein falsches Zeichen in dieser schweren Krise“, mahnte Kluckert.
Kalaycis Amtszeit endet am 21. Dezember. Zuvor hatte sie angekündigt, sich in Zukunft weder um einen Platz im Berliner Abgeordnetenhaus zu bewerben, noch für einen Senatorenposten zu kandidieren. Die Sozialdemokratin war bereits zuvor durch ihre Handhabung der Pandemie-Situation negativ aufgefallen. Im Frühjahr kündigte sie beispielsweise fälschlich an, Berlin werde sich an der Produktion von Impfstoffen beteiligen. (fw)