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JF-Serie „Tierpark der Wehrmacht“: Panzerjäger „Nashorn“: Wirkung vor Deckung

JF-Serie „Tierpark der Wehrmacht“: Panzerjäger „Nashorn“: Wirkung vor Deckung

JF-Serie „Tierpark der Wehrmacht“: Panzerjäger „Nashorn“: Wirkung vor Deckung

Ein Panzerjäger "Nashorn" im US Army Ordnance Museum in Aberdeen Foto: Wikimedia / Fat yankey / CC BY-SA 2.5
Ein Panzerjäger "Nashorn" im US Army Ordnance Museum in Aberdeen Foto: Wikimedia / Fat yankey / CC BY-SA 2.5
Ein Panzerjäger „Nashorn“ im US Army Ordnance Museum in Aberdeen Foto: Wikimedia / Fat yankey / CC BY-SA 2.5
JF-Serie „Tierpark der Wehrmacht“
 

Panzerjäger „Nashorn“: Wirkung vor Deckung

Bei aller Rivalität zwischen den einzelnen Waffengattungen mutet es ironisch an, daß die Luftwaffe den deutschen Panzertruppen im Zweiten Weltkrieg die stärkste Waffe an die Hand gab. Die Flugabwehrkanone mit dem Kaliber 8,8cm (Flak 8,8) verlieh dem „Tiger“ seine Durchschlagskraft, die seinen bis heute anhaltenden legendären Ruf begründet. Auch weitere deutsche Kampfwagen wurden damit bestückt, wie der Panzerjäger „Hornisse“, der später in „Nashorn“ unbenannt wurde, um Verwechslungen mit der Haubitze „Hummel“ zu vermeiden.

Es war während des Frankreichfeldzuges im Sommer 1940, als die Flak 8,8 ihr Potential bei der Abwehr feindlicher Panzer zeigte. Alliierte Truppen hatten mit ihren „Matilda“-Panzern die deutschen Linien bei Abbeville durchbrochen. Die Kampfwagen der Wehrmacht waren nicht in der Lage, sie auszuschalten. So sah sich die deutsche Flugabwehr plötzlich mit den Stahlungetümen des Feindes konfrontiert. Da erwies es sich als rettend, daß die Flak unter die Horizontale geschwenkt werden konnte. Das ermöglichte ihr, auch Erdziele unter Beschuß zu nehmen.

Mit einer Mündungsgeschwindigkeit von 1.100 Metern pro Sekunde konnten die Granaten der Flak die Panzerung der Feindpanzer mühelos durchdringen und das auf Entfernungen von bis zu 2.000 Metern. Der Angriff der Briten brach im Feuer der Flaks zusammen.

„Nashorn“ erlebte seine Feuertaufe bei Kursk

Wie sich seit dem Angriff auf die Sowjetunion im Sommer 1941 zeigte, brauchte die Wehrmacht wirksamere und bewegliche Panzerabwehrwaffen, um auf Durchbrüche des Feindes reagieren zu können. Die bisher üblichen Panzerabwehrkanonen mußten mit Wagen fortbewegt werden. Dabei und während des Abprotzens waren die Mannschaften äußerst verwundbar und wehrlos. Abhilfe versprach, die Paks oder in dem Fall die Flaks auf Fahrgestelle zu montieren.

Für das „Nashorn“ wurden Fahrzeugkomponenten verschiedener Wagen verwendet. Als Grundlage diente die verbreiterte Wanne des Panzer IV, Antriebsstrang und Seitenvorgelege kamen aus der Fertigung des Panzerkampfwagen III in der Ausführung J. Nur die Antriebswelle, eine Auspuffanlage, Öleinfüllstutzen und ein elektrischer Anlasser wurden eigens konstruiert. Zudem wurde die 8,8 etwas modifiziert, um sie auf die Wanne setzen zu können.

Wie auch der „Panther“ gab das „Nashorn“ sein Frontdebüt bei der Schlacht im Kursker Bogen im Sommer 1943. Dabei zeigte sich im Einsatz, daß das Konzept „Wirkung vor Deckung“ im Fall des „Nashorns“ sehr wörtlich genommen worden war. War der Panzerjäger mit seiner Kanone in der Lage, die russischen Panzer auf weite Distanz wirkungsvoll zu bekämpfen, war er bei Gegenfeuer jedoch höchst verwundbar. Die eigene Panzerung war nur zehn bis 30mm dick. Damit konnten selbst großkalibrige Infanteriewaffen wie die Panzerbüchse der Mannschaft gefährlich werden. Im Kampf gegen andere Kampfwagen mußte möglichst schon der erste Schuß sitzen. War das „Nashorn“ erkannt, zog es im direkten Feuerduell den Kürzeren.

„Nashorn“ jagte aus dem Hinterhalt

Hier rächte sich auch die Höhe von 2,94 Metern. Mit dieser hohen Silhouette war das Gefährt im Gelände nur schwer zu verstecken. Als Faustformel gilt, daß ein Panzerjäger nicht höher als zwei Meter sein sollte, ein Grundsatz, der beim „Hetzer“ in der Spätphase des Krieges umgesetzt wurde. Am wirksamsten war das „Nashorn“ daher, wenn es in einer Abwehrstellung im Hinterhalt lag, und auf den Feind warten konnte. Für den Angriff war es aufgrund der dünnen Panzerung ungeeignet. Aber zum Abriegeln von Feinddurchbrüchen war es das Mittel der Wahl.

Wie wirkungsvoll das „Nashorn“ sein konnte, zeigte Hauptmann Albert Ernst. Im Dezember 1943 gelang ihm an einem Tag der Abschuß von insgesamt 14 sowjetischen Panzern. Die 8,8cm Flak war so stark, daß sie selbst den gegen Kriegsende von den US-Amerikanern ins Feld geführten M26 Pershing zerstören konnte.

Zwar war die Bezeichnung Panzerjäger für das „Nashorn“ irreführend, da die Selbstfahrlafette wegen der dünnen Panzerung tunlichst vermeiden sollte, auf dem Kampffeld aktiv gegnerische Panzer zu verfolgen. Doch in einer versteckten Stellung aus dem Hinterhalt war sie eine effektive Waffe, vor der der Feind auf der Hut sein mußte.

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Weitere Teile der JF-Serie „Tierpark der Wehrmacht“:

Der Triumphzug des „Tigers“ startete holprig

Der „Panther“ sprang zu früh aufs Schlachtfeld

Ein Panzerjäger „Nashorn“ im US Army Ordnance Museum in Aberdeen Foto: Wikimedia / Fat yankey / CC BY-SA 2.5
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