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Neue Technologien: Durchbruch in der adulten Stammzellforschung

Die Einladung zur Pressekonferenz macht es geheimnisvoll. Eine „ergiebige neue Quelle für adulte pluripotente Stammzellen“ sei gefunden, und zwar von einer einzigartigen Allianz deutscher Forschungseinrichtungen. Auf dem Podium anwesend sein würden Alfred Trautwein, Rektor der Universität Lübeck, Günter Fuhr vom Fraunhofer-Institut und der saarländische Wirtschaftsminister. Schön und gut, aber wer hat die ergiebige Quelle gefunden? Und wo liegt sie? Der Mensch ist zwar nicht so groß wie ein Erdölgebiet, aber es gibt doch viele Plätze, wo sich Reichtümer verstecken können. Dafür, daß es um etwas „Nobelpreisverdächtiges“ gehen soll, wie gemunkelt wird, sind nicht allzu viele Journalisten erschienen. Doch es sind große Multiplikatoren darunter, und morgen wird die ganze wissenschaftliche Welt wissen, was in Lübeck ausgebrütet wurde. Das ist auch den Forschern klar. Sie haben sorgfältig den Zeitpunkt der Bekanntgabe organisiert, damit eine nun massenhaft andrängende Konkurrenz ihnen und ihrem Land die kommerziellen Früchte der anderthalbjährigen Arbeit nicht wegschnappen kann. Wie sie dies verhindern wollen, wird leider nicht weiter ausgeführt. Statt dessen geht es endlich zur Sache. Fuhr erläutert in einem zehnminütigen Vortrag mit Schaubildern, wie Charlie Kruse – damit ist der Name gefallen – entdeckte, daß die bisher unbeachteten Zellen der exokrinen Drüsen, zum Beispiel Speicheldrüse oder Schweißdrüsen, zum Teil die Fähigkeit haben, sich in alle möglichen Zellarten zu differenzieren. Sie besitzen damit fast die gleiche Potenz wie die embryonalen Stammzellen, genug, um das umstrittene Material bei der Stammzelltherapie und Gewebezüchtung (tissue engineering) zu ersetzen. Endlich befreit von dem lästigen Gezeter des Embryonenschutzes können Biomediziner nun – vorausgesetzt, die Erfindung bewährt sich auch in der Praxis – ihre Utopien verwirklichen. Die Frage ist allerdings, ob nicht auch diese Utopie ihren Schecken enthält. Es müssen zwar keine „überzähligen“ Embryonen sterben und keine geklont werden, dafür überleben immer mehr Patienten ihre eigenen Organe. Wie die einzelnen Lebensphasen heute durch Einbauküchen oder Polstergarnituren charakterisiert sind, könnte es künftig mit Nieren, Herzen oder dem frisch bespannten Hautüberzug gehen. Hautgewebe wächst „in Kultur“, also außerhalb des Körpers, relativ gut. Problem war bisher die Abstoßungsreaktion. Mit eigenen Zellen wäre das nicht mehr zu befürchten. Ganze Organe müßten natürlich in Form gepreßt werden. Man darf sich das so vorstellen wie bei einem gestürzten Pudding. Über Geld wird hier nicht gesprochen. Hauptsache, es funktioniert; wie viele davon profitieren können, ist kein wissenschaftliches Thema.

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