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Gastro-Verband alarmiert: „Gäste werden warmes Essen gegen warme Dusche tauschen“

Gastro-Verband alarmiert: „Gäste werden warmes Essen gegen warme Dusche tauschen“

Gastro-Verband alarmiert: „Gäste werden warmes Essen gegen warme Dusche tauschen“

Geschlossenes Restaurant (Symbolbild): Gastronomie-Branche sorgt sich um Zukunft Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner
Geschlossenes Restaurant (Symbolbild): Gastronomie-Branche sorgt sich um Zukunft Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner
Geschlossenes Restaurant (Symbolbild): Gastronomie-Branche sorgt sich um Zukunft Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner
Gastro-Verband alarmiert
 

„Gäste werden warmes Essen gegen warme Dusche tauschen“

POTSDAM. Der Präsident des Brandenburger Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Olaf Schöpe, geht von einem baldigen Untergang der Gastronomiebranche in ihrer bisherigen Form aus. „Die Branche wird es so, wie sie sich jetzt darstellt, im nächsten Frühjahr nicht mehr geben”, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

„Die Gäste werden ein warmes Essen gegen eine warme Dusche tauschen”, sagte der Gastro-Vertreter mit Blick auf die steigenden Energiepreise in den nächsten Monaten. Auch die Nachfrage für Urlaubsreisen werde dramatisch zurückgehen, da die Menschen in diesem Bereich künftig mehr sparen würden, prognostizierte Schöpe.

Schließungen von Hotels und Gaststätten befürchtet

Der Brandenburger Dehoga-Chef befürchtet weitere Hotelschließungen und rechne außerdem mit weniger Gästen in Restaurants. Für die bevorstehende Weihnachtszeit sieht er ebenfalls Umsatzeinbrüche in der Gastronomie voraus. Bereits die aktuelle Urlaubssaison leide unter Personalmangel, viele Restaurants haben laut Schöpe schon schließen müssen.

Diese kritische Einschätzung teilt der Dehoga-Präsident in Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz. Auch er warnt vor existenziellen Bedrohungen für die Gastronomie-Branche. Hauptsächlich fehle es an Personal, was er seit Jahren kritisiere. Die Branche müsse „sich darauf einstellen, dass gerade in Restaurants ein Betrieb, wie es ihn in den letzten Jahren noch gab, bald nicht mehr möglich sein wird”, gab Schwarz zu bedenken.

Schließungen von Hotels und Gaststätten befürchtet

Wolle man dieses Problem über Zuwanderung lösen, würden jährlich 400.000 Fachkräfte aus dem Ausland benötigt, habe eine aktuelle Prognose der Agentur für Arbeit ausgerechnet. Dehoga-Chef Schwarz hält diese Zahl für zu gering, um das Personalproblem in der Gastro lösen zu können. Dabei dürfe bei der Anwerbung auch keine Rücksicht auf die Interessen der Herkunftsländer genommen werden, schlug er vor.

Rund 216.000 Beschäftigte in Hotels und Gaststätten sind im Corona-Jahr 2020 laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) weggebrochen und meist in andere Branchen abgewandert. Dehoga ist der Branchenverband des deutschen Gastronomiegewerbes und vertritt deutschlandweit über 65.000 Mitglieder, darunter allein in Brandenburg 5.500 Restaurants und Hotelbetriebe. (ab)

Geschlossenes Restaurant (Symbolbild): Gastronomie-Branche sorgt sich um Zukunft Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner
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