Kernkraftwerk Gundremmingen im bayerischen Landkreis Günzburg Foto: picture alliance/Stefan Puchner/dpa
Energiewende

Linde-Aufsichtsratschef fordert Rückkehr zur Atomkraft

BERLIN. Der Aufsichtsratschef des Industriekonzerns Linde, Wolfgang Reitzle, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schweres Versagen bei der Energiewende vorgeworfen und eine Rückkehr zur Atomkraft gefordert. Es mache ihn sprachlos, wie „lässig und Fakten ignorierend die Politik in Deutschland bei Themen wie der Energiewende Grundsatzentscheidungen trifft“, sagte er der Welt.

Er beklagte, die gesamtwirtschaftlichen Folgen würden nicht betrachtet. Auch der Beschluß zum Atomausstieg müsse korrigiert werden. „Die Kernenergie sollte weiter Bestandteil unserer Energiepolitik bleiben, weil nur sie grundlastfähig, billig und CO2-frei ist.“

Rückkehr zur Wehrpflicht

Deutschlands nationaler Alleingang in der Frage habe „in eine sündhaft teure Sackgasse geführt“. 1.000 Milliarden Euro müßten für die Energiewende aufgewendet werden. Dabei sei die CO2-Bilanz des deutschen Stroms verschlechtert und die Versorgungssicherheit gefährdet worden, kritisierte Reitzle. „Vor allem aber haben wir heute den teuersten Strom Europas und den zweitteuersten der Welt.“

Zudem forderte Reitzel die Wiedereinführung der Wehrpflicht und verwies dabei auf das Vorbild der israelischen Armee. Dort erhalten Reitzle zufolge eine anspruchsvolle Ausbildung in modernster Technologie, IT, Big Data und Künstlicher Intelligenz. Auch in Deutschland könnte das Militär so „zu einer Kaderschmiede für Start-up-Gründer, IT- und KI-Spezialisten“ werden. (tb)

Kernkraftwerk Gundremmingen im bayerischen Landkreis Günzburg Foto: picture alliance/Stefan Puchner/dpa

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