Kühlregal
Supermarktregal: Die Verbraucher sollen sich nach dem Willen des IWF auf steigende Preise einstellen Foto: picture alliance/Keystone

Inflation
 

IWF verlangt steigende Verbraucherpreise in Deutschland

PARIS. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat steigende Verbraucherpreise in Deutschland gefordert. Damit soll die wirtschaftliche Entwicklung in den südeuropäischen Krisenstaaten angekurbelt und so deren Erholung vorangetrieben werden. Länder wie Deutschland müßten Inflationsraten von mehr als zwei Prozent „über einen anhaltenden Zeitraum akzeptieren“, heißt es von Seiten des IWF.

Bei gleichbleibenden Nullzinsen bedeutet dies de facto eine Enteignung der Bürger. Der frühere Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, kritisierte, die EZB und der IWF planten eine Geldschwemme, um Deutschland „nachzuinflationieren“. So komme es möglicherweise „allein zu einer realen Entlastung der Schuldner Südeuropas und im Gleichschritt zu einer Enteignung der deutschen Sparer, ohne daß die Wettbewerbsfähigkeit der Südländer verbessert wird“, sagte er der Welt.

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger schloß sich hingegen der Argumentation des IWF an: „Länder wie Griechenland, Spanien oder Portugal müssen wieder wettbewerbsfähig werden. Das können sie nur durch Reformen und niedrigere Preise.“ Länder wie Deutschland mit einer gut ausgelasteten Wirtschaft müßten hingegen eine höhere Inflationsrate hinnehmen. (tb)

 

Supermarktregal: Die Verbraucher sollen sich nach dem Willen des IWF auf steigende Preise einstellen Foto: picture alliance/Keystone
AfD Fraktion NRW Stellenausschreibung Inneres
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles