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Euro-Krise
 

Griechisches Defizit größer als erwartet

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Domino-Effekt: Krise schlimmer als angenommen Foto: Kurt F. Domnik/www.pixelio.de

BRÜSSEL. Griechenland bekommt sein Defizit nicht in den Griff. Die Neuverschuldung des Landes stieg im vergangenen Jahr auf zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes, berichtet die Statistikbehörde Eurostat. Die EU-Kommission hatte lediglich ein Defizit von 6,6 Prozent erwartet. Die Gesamtverschuldung lag bei 156,9 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Auch die anderen Sorgenkinder des Euro-Raums stehen nicht besser dar. So lag die Neuverschuldung in Spanien bei 10,6 Prozent, in Irland bei 7,6 Prozent, in Portugal bei 6,4 Prozent und in Zypern bei 6,3 Prozent. Laut den Maastricht-Kriterien ist lediglich eine jährliche Verschuldung von drei Prozent erlaubt. Das gesamte öffentliche Defizit im Euroraum lag bei 3,7 Prozent. Die Regierung in Athen hat noch bis 2016 Zeit, ihre Neuverschuldung auf drei Prozent zu verringern.

Unterdessen hat auch ein hochrangiger Berater des Bundesfinanzministeriums ernste Zweifel an der Überlebensfähigkeit des Euro geäußert. Der Vorsitzende des Wissenschaftsbeirats beim Bundesfinanzministerium, Kai Konrad, sagte der Welt, die Gemeinschaftswährung habe „mittelfristig nur eine begrenzte Überlebenschance“. Konrad forderte, die Euro-Mitgliedsstaaten müßten die Freiheit bekommen, „sich so zu verschulden, wie sie es möchten“. Bedingung sei jedoch, daß diese dann auch allein die Verantwortung für ihre Schulden tragen. (ho)

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