Greenpeace kämpft gegen die Grüne

Greenpeace ging in der Vergangenheit immer wieder gegen die Energiepolitik von CDU und CSU vor. Die Grünen indes betonten gerne die energiepolitische Nähe zu Greenpeace, was diese akzeptierten. Doch diese Zeiten sind angesichts neuer Farbenspiele in der Parteienlandschaft vorbei. Davon zeugte letzte Woche eine Demonstration von Greenpeace vor der bündnisgrünen Parteizentrale in Berlin. Auf einem Transparent vor dem Gebäude steht: „Kohlekraftwerk Moorburg: Grüne Klimapolitik stinkt zum Himmel!“ Dazu das Modell eines Kohlekraftwerks, aus dem stinkender Dampf steigt. Was Greenpeace empört, ist die Tatsache, daß die Grünen (GAL) in Hamburg vor der Wahl gegen den Bau eines Steinkohlekraftwerks eintraten, dieses aber nun in der Koalition mit der CDU mittragen. Fundamentalopposition gegen die Kohlekraft löst sich damit in heiße Luft auf. Dazu trägt auch bei, daß der Kraftwerksbetreiber Vattenfall eigenen Angaben zufolge schon 200 Millionen Euro in das Projekt investiert und Aufträge in Milliardenhöhe vergeben hat. Die klimapolitisch beste Lösung ist ein Kohlekraftwerk nicht, Gas wäre besser. Aber politisch ist auch ein Energiemix mit verschiedenen Energieträgern wichtig. Als Grundproblem bleibt, daß der Energiebedarf nicht signifikant abnimmt. Wie auch? Hamburg verzeichnete in den letzten fünf Jahren ein Bevölkerungswachstum von etwa 50.000 Menschen, die ebenfalls mit Strom und Wärme versorgt sein wollen. Wirtschaftswachstum wollen mittlerweile auch die Grünen. Die Energie hierfür muß irgendwoher kommen. Da nutzt keine Fundamentalopposition gegen Kohlekraftwerke, wie die GAL nun merkt. Ohne Energieeinsparung greift alle Klimaschutzpolitik zu kurz.

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