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Bahnfahren unter Verdacht

Wer vom Auto auf den Zug umsteigt, nutzt der Umwelt. Weil das vielen aber teuer und umbequem erschien, hatte die Deutsche Bahn (DB), im Februar 1995 das „Schöne Wochenende“ eingeführt: Für 15 D-Mark konnten fünf Personen mit allen DB-Nahverkehrszügen (RB/RE) quer durch Deutschland fahren. Inzwischen kostet das Sparangebot 30 Euro, und es gilt nur noch jeweils am Samstag oder Sonntag. Doch der millionenfache Erfolg ist der DB nicht recht: Durch das Verschenken (oder den Handel) von „abgefahrenen“, aber noch gültigen Wochenend- und neueren „Ländertickets“ gehen der Bahn mögliche Einnahmen verloren. Im April trat daher eine Neuregelung in Kraft: An den Schaltern werden diese Fahrkarten seitdem nur noch mit einem Aufdruck verkauft, in dem der Name der Nutzer eingetragen werden muß; der Automatenverkauf wird sukzessive umgestellt. Bei einer Kontrolle erfolgt dann die Legitimation per Ausweis. Doch wer sind die Hauptnutzer dieser Angebote? Weder „Manager“ noch die Mehrzahl jener Kunden, die schnell und ohne Umsteigen von A nach B wollen. Es sind neben Einkommensschwachen vor allem Jugendliche: genau die Klientel, um die die DB intensiv werben will. Denn die spätere Bereitschaft, auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel zurückzugreifen, hängt stark davon ab, ob die Kunden der Zukunft bereits als Heranwachsende die Bahn genutzt haben. Es dürfte daher eher kontraproduktiv sein, nun alle „Schönes Wochenende“-Nutzer dem Quasiverdacht des Betruges auszusetzen. Bezeichnend ist auch, daß die Bahn den wirtschaftlichen Schaden, welcher ihr tatsächlich durch die alte Regelung entstand, nicht ansatzweise beziffern kann.

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