Klaus-Rüdiger Mai Die Zukunft gestalten wir!

 

Mal was Gutes aus Hollywood

Die Gänseleber gilt als Delikatesse. Sie ist ganz zart und eine Gaumenfreude für Feinschmecker. Wer etwas kritischer ist, der wird sich über die Maße dieser Speise wundern, die da auf dem Teller landet: Wie paßt so ein Fleischberg in eine zierliche Gans, fragt man sich. Ganz einfach: Man mästet sie. Das sieht in der Praxis so aus, daß man den Vogel festhält, einen Trichter in den Hals schiebt und möglichst oft eine Ladung Futter direkt in den Magen drückt. Die Leber muß das Zeug dann verdauen, aber weil das so viel ist, entzündet sich das Organ – und schwillt an. Und schon hat man den gewünschten Effekt erreicht. Wo die Handarbeit teuer ist – also zum Beispiel in Frankreich -, gibt es kaum noch „Gänselebermäster“, aber in den neuen EU-Ländern Ungarn und Polen lohnt sich die aufwendige Handarbeit für die Bauern. Man produziert dort hauptsächlich für den Export. Was der Käufer nicht weiß: Die „feine französische Gänseleberpastete“ stammt meistens aus der ungarischen Puszta. Doch damit soll nun, zumindest in den USA, Schluß sein. Kim Basinger, William Baldwin, Paul McCartney und andere Showbusiness-Größen fordern von Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger ein Verbot dieser Delikatesse. Es könne nicht angehen, so die Unterzeichner einer entsprechenden Petition, daß Tiere sinnlos gequält würden, nur um einen Luxusartikel zu bekommen. Das Ganze klingt nach einer der typischen „Gutmenschaktionen“ der völlig verlogenen Filmindustrie. Trotzdem kann man sich den Leinwandhelden nur anschließen. Auch dann, wenn durch ein etwaiges Verbot durch den Ex-„Terminator“ vielen hundert Familien in Osteuropa eine wichtige Einkommensstütze wegbräche.

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