Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Einfach mit Wasser fahren

Die Energiepreise stürmen eine Rekordmarke nach der an-deren. Daß dafür die Sabotageakte im Irak hauptverantwortlich sind, ist natürlich Blödsinn. Irakisches Öl spielte seit über zehn Jahren keine Rolle auf dem Weltmarkt, denn das Anti-Saddam-Embargo erlaubte nur einen bescheidenen Verkauf für Lebensmittel und Medikamente. Die Ursachen für teuren Sprit sind banalerer Natur: Einmal gibt es da die Raffgier der Konzerne, die endlich einen „plausiblen“ Grund gefunden haben, um die Bürger abzuzocken. Und zum anderen neigen sich die leicht förderbaren Reserven des Schwarzen Goldes allmählich dem Ende zu – auch wenn das von vielen Fachleuten bestritten wird. In dieser Lage hat der Wettlauf um alternative Energieformen schon längst begonnen. Ganz merkwürdige Gestalten tummeln sich auf diesem milliardenschweren Markt. Zum Beispiel Graf Zoltán Spanyol, ein ungarischer Ingenieur, der einen Antrieb entwickelt hat, mit dem man angeblich mit einem Liter Wasser 100 Kilometer weit fahren kann. Wie das genau funktioniert, bleibt vorerst das Geheimnis von Spanyol. Aber in Deutschland wurde der Antrieb getestet und patentiert. Unternehmen, die den Antrieb gerne übernehmen würden, stehen bei dem Ingenieur Schlange. Allerdings ist der komische Kauz ein glühender Patriot und möchte daher seine Erfindung seinem hochverschuldeten Land zugute kommen lassen. Das ist zwar eine noble Geste – aber wäre es nicht einfacher, unter deutscher Leitung in Pannonien zu produzieren, wie das inzwischen schon so viele tun? Dann könnte sich Spanyol nicht nur der Dankbarkeit seiner Landsleute gewiß sein, sondern alle würden aufatmen, denen zur Zeit an der Zapfsäule schwindelig wird.

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