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Vergnügter Kamikazeflieger

Wie schon im Jahr 2002 mit dem Haussperling ist auch 2003 ein typischer Bewohner der Siedlungsräume vom Naturschutzbund (Nabu) zum Vogel des Jahres gewählt worden. Es handelt sich hierbei um den Mauersegler (Apus apus), der zwar nicht zur Gruppe der Schwalben gehört, aber doch seinem Aussehen nach dazugehören könnte. Die Spannweite seiner Flügel mißt allerdings stolze 40 Zentimeter. Im April/Mai kehrt der Langstreckenflieger von seinem Winterdomizil in unsere Breiten zurück und begrüßt die Stadtbewohner mit seinen Flugkunststücken. So kann es schon vorkommen, daß man beim Frühstück auf dem Balkon den Kopf einziehen muß, weil solch ein Federtier mit der Geschwindigkeit eines Tennisballs über den Frühstückstisch geschossen kommt und dabei triumphierend quietscht. Wenn mehrere dieser Vögel Kamikaze spielen, so wähnt sich manch ängstlicher Mensch seines Lebens nicht mehr sicher. Doch keine Angst, hier sind Profis am Werk. Allein in Düsseldorf wurden zuletzt 475 Brutpaare gezählt. So selten scheint diese Tierart bei uns also nicht zu sein. Und doch leidet der wunderfitzige Zeitgenosse darunter, daß ihm moderne Bauten Brutplätze verwehren. Denn der Mauersegler liebt Nischen und Spalten, aber keine Glasfassaden, die für ihn sogar lebensgefährlich sind. Nistkästen nimmt der Vogel aber dankend an, wenn sein Bedürfnis berücksichtigt wird, daß er in Kolonien brütet. Der Nabu (Infoservice, 53223 Bonn) hat derweil eine Broschüre herausgebracht, in der auch entsprechende Bauanleitungen zu finden sind (2,53 Euro in Briefmarken werden erbeten). Dann steht einer freundlichen Begrüßung des Vogels des Jahres 2003 nichts mehr im Wege. Im August zieht es ihn aber bereits wieder nach Afrika.

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