Scheidungsgrund Metrorapid

Der Schuldenberg Deutschlands wächst in den Himmel, die Steuerlast steigt. Aber einen Milliarden-teuren Transrapid von Düsseldorf nach Dortmund „sollten wir uns leisten“, meinte letzte Woche SPD-Superminister Wolfgang Clement. Dabei soll die Strecke parallel zur bestehenden Bahntrasse verlaufen – sinnvoll erscheint das nicht. Keinen müden Euro will daher auch die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen für das Prestigeprojekt ausgeben, zumindest laut Beschluß des rot-grünen Kabinetts. Doch den Beschluß kann man wieder ändern, worauf Verkehrsminister Axel Horstmann (SPD) drängt. Ansonsten sind die Sozialdemokraten aber auf kommunaler Ebene in der Regel für den Metrorapid, während die Grünen und die CDU dagegen sind. Vor diesem Hintergrund kokettieren Spitzenpolitiker der NRW-CDU schon mit dem Gedanken an Schwarz-Grün im Land, was den Medien nicht verborgen blieb. Auch in der Kohlepolitik sind sich die jetzigen Regierungsparteien schließlich nicht ganz grün. In dem von SPD-Affären geschüttelten Köln paktieren unterdessen schon CDU und Grüne. In Duisburg hingegen hat sich die SPD-Stadtratsfraktion vom grünen Partner wegen der Magnetschwebebahn in spe letzte Woche scheiden lassen, um mit den beiden Stadträten der FDP gemeinsame Sache zu machen. Allmählich wird es dem kleinen Koalitionspartner in der NRW-Landesregierung zu bunt. Mehr als genug haben sich die Grünen im bevölkerungsreichsten Bundesland schon vorführen lassen. Ob die Partei der Altachtundsechziger mit der Union allerdings glücklicher wäre, ist eine andere Frage. Alte Feindbilder, die „antifaschistischen“ Ursprungs sind, müßten in Frage gestellt werden.

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