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Mitarbeitermagazin: Auswärtiges Amt löscht satirisches Gedicht über Baerbock und Habeck

Mitarbeitermagazin: Auswärtiges Amt löscht satirisches Gedicht über Baerbock und Habeck

Mitarbeitermagazin: Auswärtiges Amt löscht satirisches Gedicht über Baerbock und Habeck

Zwei Politiker gehen nebeneinander durch einen Gang, umgeben von Mitarbeitern und Pressevertretern; Aufnahme im Zusammenhang mit der nachträglichen Streichung eines satirischen Gedichts aus dem Mitarbeitermagazin des Auswärtigen Amtes. Robert Habeck (r, Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz und Kanzlerkandidat, und Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, verlassen das Haus der Bundespressekonferenz nach einer Pressekonferenz. Am Vortag fand die vorgezogene Wahl zum 21. Deutschen Bundestag statt. Annalena Baerbock und Robert Habeck: Ein satirisches Gedicht über die beiden wurde aus dem Mitarbeitermagazin des Auswärtigen Amtes entfernt. Foto: picture alliance/dpa | Jens Büttner
Zwei Politiker gehen nebeneinander durch einen Gang, umgeben von Mitarbeitern und Pressevertretern; Aufnahme im Zusammenhang mit der nachträglichen Streichung eines satirischen Gedichts aus dem Mitarbeitermagazin des Auswärtigen Amtes. Robert Habeck (r, Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz und Kanzlerkandidat, und Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, verlassen das Haus der Bundespressekonferenz nach einer Pressekonferenz. Am Vortag fand die vorgezogene Wahl zum 21. Deutschen Bundestag statt. Annalena Baerbock und Robert Habeck: Ein satirisches Gedicht über die beiden wurde aus dem Mitarbeitermagazin des Auswärtigen Amtes entfernt. Foto: picture alliance/dpa | Jens Büttner
Annalena Baerbock und Robert Habeck: Ein satirisches Gedicht über die beiden wurde aus dem Mitarbeitermagazin des Auswärtigen Amtes entfernt. Foto: picture alliance/dpa | Jens Büttner
Mitarbeitermagazin
 

Auswärtiges Amt löscht satirisches Gedicht über Baerbock und Habeck

Ein satirisches Gedicht über Annalena Baerbock und Robert Habeck ist aus der Januar-Ausgabe des Mitarbeitermagazins des Auswärtigen Amtes entfernt worden. Nach internen Protesten und einem Schreiben der Gleichstellungsbeauftragten wurde der Text nachträglich gestrichen. Das Ministerium weicht Fragen der JF aus.
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BERLIN. Das Auswärtige Amt hat die Januar-Ausgabe 2026 seines Mitarbeitermagazins internAA nachträglich verändert. Ein satirisches Gedicht mit dem Titel Ken & Barbie über die früheren Grünen-Minister Annalena Baerbock und Robert Habeck wurde aus der digitalen Fassung des Heftes entfernt und durch einen Entschuldigungstext ersetzt.

In der nun verbreiteten Version heißt es, auf Seite 9 habe ursprünglich ein Gedicht gestanden. Dessen Veröffentlichung sei ein „unschöner Fehler“ gewesen. Der Text sei erschienen, obwohl die Redaktion bereits zuvor entschieden habe, ihn nicht zu veröffentlichen. Der JUNGEN FREIHEIT liegt die unzensierte Ausgabe vor.

Gleichstellungsbeauftragte kritisierte Gedicht

Das Gedicht nahm die Politik und das öffentliche Auftreten der beiden ehemaligen Minister in Reimform aufs Korn. So hieß es etwa: „Heizung aus, Pullover an, selbst gestrickt, von Mann zu Mann“. An anderer Stelle wird mit Blick auf die frühere Außenministerin gedichtet: „Mit Hochglanzschminke um die Welt, das Haar immer perfekt gewellt, Hochglanzreden, ohne Geschick, hatte die Menschen nicht mehr im Blick“. Auch die sogenannte feministische Außenpolitik wird verspottet: „Die Außenwelten, feministisch gedacht, die Welt zu retten, doch nicht jeder hat gelacht“.

Die zensierte Seite 9 des Mitarbeitermagazins des Auswärtigen Amtes. Foto: Auswärtiges Amt
Die zensierte Seite 9 des Mitarbeitermagazins des Auswärtigen Amtes. Foto: Auswärtiges Amt

Nach dem Erscheinen des Gedichts kam es zu Beschwerden aus dem Haus. Auch die Gleichstellungsbeauftragte des Auswärtigen Amtes wandte sich schriftlich an die Belegschaft. In ihrem Schreiben kritisierte sie, der Text reduziere Frauen „auf Äußerlichkeiten“ und bediene „sexistische und misogyne Narrative“. Zudem erklärte sie, die internAA sei „kein Ort für politische Meinungsäußerung“ und nicht für die „Diffamierung ehemaliger Regierungsmitglieder“ geeignet.

Weiter heißt es, man müsse sich fragen, „ob wir unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit wirklich alles veröffentlichen müssen“. Redaktionelle Verantwortung bedeute auch, „Grenzen zu ziehen, wenn Inhalte den eigenen Grundsätzen widersprechen“.

Auswärtiges Amt weicht Fragen der JF aus

Nach JF-Informationen war über das Gedicht bereits Monate zuvor beraten worden. Trotz bestehender Vorbehalte gelangte der Text in die Druckfassung der Januar-Ausgabe. Erst nach der Veröffentlichung auf dem internen Server wurde die Streichung beschlossen.

Auf mehrere konkrete Fragen teilte die Pressestelle des Auswärtigen Amtes der JF lediglich mit, daß internAA „ein rein internes Magazin von Angehörigen des Auswärtigen Dienstes für Angehörige des Auswärtigen Dienstes“ sei. Die Redaktion treffe Entscheidungen über Inhalte unabhängig. Zu den Umständen der nachträglichen Änderung äußerte sich das Ministerium nicht. (sv)

Annalena Baerbock und Robert Habeck: Ein satirisches Gedicht über die beiden wurde aus dem Mitarbeitermagazin des Auswärtigen Amtes entfernt. Foto: picture alliance/dpa | Jens Büttner
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