SUHL. Asylbewerber im thüringischen Suhl haben im vergangenen Jahr mehr als 200 falsche Notrufe getätigt, durch die die Berufsfeuerwehr unnötigerweise ausrücken mußte. Der Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, Dennis Kummer, sagte dazu gegenüber Focus, daß von insgesamt 230 Notrufen aus der örtlichen Asylunterkunft 205 Fehlalarme waren. Auf absichtliches Auslösen eines Fehlalarms steht bis zu einem Jahr Gefängnisstrafe.
Kummer betonte, daß bei durchschnittlichen Einsatzkosten von etwa 466 Euro die Fehlalarme im vergangenen Jahr insgesamt knapp 100.000 Euro gekostet haben. Auch den angefallenen Personalaufwand rechnete Kummer vor: „Pro Einsatz zu den Fehlalarmierungen rückten zwischen sechs und acht Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr mit mehreren Fahrzeugen aus.“ Teilweise seien zur Verstärkung auch weitere Kollegen dazu gerufen worden, so daß bis zu 15 Einsatzkräfte vor Ort gewesen seien.
Stadt will Feuerwehr entlasten
Die falschen Alarme kosteten etwa 165 Stunden Arbeitszeit. „In Verbindung mit dem Personalfaktor ergibt sich eine Gesamtsumme von rund 1.131 Stunden“, führte Kummer aus. Zudem betonte er, die Stadt arbeite an Problemlösungen. Dazu zählten beispielsweise automatische Brandmelder, die auf Temperaturunterschiede reagieren. Außerdem seien Alarme geplant, die „erst nach Auslösung von zwei automatischen Brandmeldern an die Feuerwehr weitergeleitet werden“.
Die Kosten für die Einsätze zahlt das Thüringer Verwaltungsamt, nicht die Stadt Suhl. In der Unterkunft leben aktuell 174 Personen. 2026 soll das Asylheim geschlossen werden, der Mietvertrag wurde nicht verlängert. (st)