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Verstoß gegen Kinderrechtskonvention: Wehrbeauftragte kritisiert Bundeswehr für Aufnahme von Minderjährigen

Verstoß gegen Kinderrechtskonvention: Wehrbeauftragte kritisiert Bundeswehr für Aufnahme von Minderjährigen

Verstoß gegen Kinderrechtskonvention: Wehrbeauftragte kritisiert Bundeswehr für Aufnahme von Minderjährigen

Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl (SPD)
Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl (SPD)
Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl (SPD) Foto: picture alliance / photothek | Janine Schmitz
Verstoß gegen Kinderrechtskonvention
 

Wehrbeauftragte kritisiert Bundeswehr für Aufnahme von Minderjährigen

BERLIN. Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl (SPD), hat die Bundeswehr dafür kritisiert, Minderjährige zu rekrutieren. Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen setze ein Mindestalter von 18 Jahren für den Dienst in den Streitkräften fest, sagte Högl der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Donnerstag. „Es ist daher sehr kritisch zu sehen, daß die Bundeswehr weiterhin Minderjährige einstellt.“

Zwar sei die Verpflichtung Minderjähriger in der Bundeswehr an die Zustimmung der Eltern und eine strenge Dienstaufsicht gebunden, dennoch müsse die Armee ihre Einstellungspraxis überdenken. Das Mindeste sei, Rekruten erst ab dem Erreichen der Volljährigkeit an der Waffe auszubilden. Seitdem die Wehrpflicht 2011 ausgesetzt wurde, können auch Minderjährige in die Bundeswehr eintreten, wenn sie mindestens 17 Jahre alt sind.

Nach aktuellen Daten der Bundeswehr ist die Zahl der Minderjährigen in der Bundeswehr 2021 wieder gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden 1.239 Soldaten in die Truppe aufgenommen, die bei Dienstantritt noch keine 18 Jahre alt waren, berichtete die Zeitung. Damit sei der Anteil von sieben auf 7,4 Prozent gestiegen.

Jeder fünfte minderjährige Rekrut ist weiblich

Vier von fünf minderjährigen Rekruten waren den Angaben zufolge männlich. Mit 19,3 Prozent lag der Frauenanteil bei den Minderjährigen etwas höher als bei den Neueinstellungen insgesamt (17,4 Prozent). 2021 traten 16.697 Soldaten neu den Dienst in der Bundeswehr an.

Die Truppe wird seit Jahren dafür kritisiert, Minderjährige einzustellen. Außerdem bemängeln vor allem linke Politiker, daß Soldaten an Schulen sprechen und für die Bundeswehr werben dürfen. Die Berliner SPD hatte etwa 2019 per Beschluß ein Werbeverbot für Soldaten an den Schulden in der Hauptstadt verhängt. Dafür erntete sie scharfe Kritik, teils auch aus den eigenen Reihen. (ls)

Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl (SPD) Foto: picture alliance / photothek | Janine Schmitz
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