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Nach Eklat: Der DFB ermittelt gegen Hansa Rostock wegen Anti-Gender-Plakaten

Nach Eklat: Der DFB ermittelt gegen Hansa Rostock wegen Anti-Gender-Plakaten

Nach Eklat: Der DFB ermittelt gegen Hansa Rostock wegen Anti-Gender-Plakaten

Die Fans des FC Hansa Rostock sind bekannt für ihre leidenschaftliche Unterstützung, genau wie für provokante Parolen Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Heger
Die Fans des FC Hansa Rostock sind bekannt für ihre leidenschaftliche Unterstützung, genau wie für provokante Parolen Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Heger
Die Fans des FC Hansa Rostock sind bekannt für ihre leidenschaftliche Unterstützung, genau wie für provokante Parolen Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Heger
Nach Eklat
 

Der DFB ermittelt gegen Hansa Rostock wegen Anti-Gender-Plakaten

ROSTOCK. Nach der Kontroverse um die angeblich homophoben Plakate beim Spiel gegen den FC St. Pauli, hat der Kontrollausschuß des Deutschen Fußball Bundes (DFB) Ermittlungen gegen den FC Hansa Rostock eingeleitet. „Der Kontrollausschuß wird den Verein anschreiben und zu einer Stellungnahme zu den gezeigten Bannern auffordern. Nach Vorliegen und Auswertung der Stellungnahme wird das Gremium über den weiteren Fortgang des Verfahrens entscheiden“, teilte der DFB mit.

Der Zweitligist äußerte am Montag, „Homophobie, Rassismus und ähnlich geartete Einstellungen und Ideologien“ stünden nicht für den FC Hansa Rostock. Der Verein sei politisch und religiös streng neutral und stehe in all seinen Belangen auf demokratischer Grundlage. Bei allen

Partien erfolge eine Auswertung des gesamten Spieltags, das schließe immer auch Aktionen und Vorkommnisse im Stadion ein. „Choreographien, Banner und Tapeten müssen vorab beim FC Hansa beantragt werden und benötigen eine Genehmigung“, schrieb der Verein weiter.

Hansa Rostock: Wasserdichte Kontrollen sind unmöglich

Zudem erfolge beim Einlaß stets eine Kontrolle der Fan-Utensilien, die ins Stadion gebracht werden sollen. „Wie sich aber auch in anderen Stadien Deutschlands regelmäßig zeigt, ist es bei aller Kontrolle keinem Verein möglich, das Einbringen bestimmter Utensilien oder Tapeten vollständig zu verhindern, aber deutlich zu erschweren.“

Anlaß der Debatte ist, daß Hansa-Fans auf der Südtribüne in Anspielung an ein Sondertrikot des FC St. Pauli, auf dem ein Gender-Stern statt einem Meister-Stern prangte, mehrere Plakate und Transparente gezeigt hatten. „Der Verein ohne Titel, das wird sich nie ändern! Statt Stern auf dem Trikot nur Meisterinnen im Gendern! Scheiß St. Pauli!“ und „Euer Gender-Scheiß interessiert in Wolgast keine Sau! Hier gibt es nur Jungs, Mädchen, Mann und Frau! Scheiß St. Pauli“ waren darauf zu lesen.

FC St. Pauli wegen Plakat zu 5.000 Euro verurteilt

Zudem hatten Rostocker Fans in Sichtweite zum St. Pauli-Gästeblock ein Transparent mit der Aufschrift „Lichtenhagen“ aufgehangen. Dieses war bereits in der Vergangenheit im Rostocker Ostseestadion zu sehen. Die fremdenfeindlichen Ausschreitungen vom 22. bis 26. August 1992 gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber, sowie ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter, im „Sonnenblumenhaus“ von Rostock-Lichtenhagen, jähren sich aktuell zum 30. Mal. Auf dem Banner war ebenfalls die Sonnenblume des betroffenen „Sonnenblumenhauses“ abgebildet. Über diesem Transparent wurde zudem ein „Schwule bekommen kein Nachwuchs!“-Plakat in Richtung Gästeblock gezeigt.

In der Vergangenheit hatten die Fans des FC St. Pauli die Opfer der Bombardierung Dresdens am Ende des Zweiten Weltkriegs verhöhnt. „Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt – Gegen den doitschen Opfermythos“, war auf einem Transparent zu lesen. Der FC St. Pauli hatte sich damals bei der Stadt Dresden, dem Verein Dynamo, den Überlebenden und Angehörigen entschuldigt und wurde vom DFB zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt. (st)

Die Fans des FC Hansa Rostock sind bekannt für ihre leidenschaftliche Unterstützung, genau wie für provokante Parolen Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Heger
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