TÜBINGEN. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat angekündigt, nicht noch einmal als Grünen-Kandidat für die Wahl zum höchsten Stadtamt ins Rennen zu gehen. Mit Bezug auf das gegen ihn laufende Parteiausschlußverfahren sagte er am Dienstag der Stuttgarter Zeitung, man könne als OB-Anwärter von seiner Partei nicht beides sein: „nominiert und ausgeschlossen“.
„Es ist logisch und sachlich unmöglich, gleichzeitig ein Verfahren zur Nominierung und zum Ausschluß zu betreiben“, erläuterte Palmer weiter. Anfang vergangenen Jahres hatten die baden-württembergischen Grünen ein Parteiausschlußverfahren gegen den Politiker eingeleitet, nachdem sich dieser in ironischer Weise zu überzogenen Rassismus-Vorwürfen geäußert hatte.
Über 500 Grüne fordern: „An seinen Taten sollt ihr ihn messen!“
Im Oktober hatten die Tübinger-Grünen beschlossen, den Partei-Kandidaten für die OB-Wahl im kommenden Herbst per Urwahl zu bestimmen. Als mögliche Kontrahentin wurde die Grüne-Ortsvorsteherin des Stadtteils Weilheim, Ulrike Baumgärtner, gehandelt.
Erst kürzlich hatten sich über 500 Parteifreunde in einer Unterschriftensammlung gegen den Parteiausschluß Palmers gewendet. „Kein deutscher Oberbürgermeister hat in Zusammenarbeit mit seiner Verwaltung, seinem Gemeinderat und seinen Bürgerinnen und Bürgern so viele urgrüne Ziele realisiert wie Boris Palmer – wir meinen: an seinen Taten sollt Ihr ihn messen“, teilten die Unterzeichner mit.
Mit seinen Äußerungen zu Corona und Migration hatte Palmer in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen gesorgt. (fw)