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Stuttgarter Erklärung: Gegen den Atomausstieg: Unterstützung für Petition wächst

Stuttgarter Erklärung: Gegen den Atomausstieg: Unterstützung für Petition wächst

Stuttgarter Erklärung: Gegen den Atomausstieg: Unterstützung für Petition wächst

Das Kernkraftwerkes Isar 2 könnte bald dem Atomausstieg zum Opfer fallen
Das Kernkraftwerkes Isar 2 könnte bald dem Atomausstieg zum Opfer fallen
Dampf quillt aus dem Kühlturm des Kernkraftwerkes Isar 2 (aufgenommen aus einem Flugzeug). Foto: picture alliance/dpa | Jan Woita
Stuttgarter Erklärung
 

Gegen den Atomausstieg: Unterstützung für Petition wächst

BERLIN. Eine Petition zur Beendigung des deutschen Atomausstiegs hat die Marke von 25.000 Unterzeichnern geknackt. Die sogenannte „Stuttgarter Erklärung“ geht auf die Initiative von 20 Professoren zurück, die sich mit Energiesicherheit befassen.

Der Urheber des dringenden Anliegens,  André Tess, erklärte der Jungen Freiheit: „Wenn in Deutschland die Beleuchtung von Kulturdenkmälern eingeschränkt wird und wenn Politiker Unternehmern den Kauf von Dieselgeneratoren empfehlen, kann keine Rede davon sein, daß wir ‘nur ein Wärme- und kein Stromproblem’ hätten,“ wie Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) noch im Juli behauptet hatte.

Atomausstieg beenden, Kraftwerke wieder ans Netz bringen

Der Weiterbetrieb der Atomkraftwerke sei daher nach der Einschätzung des Stuttgarter Lehrstuhlinhabers für Energiespeichertechnik „eine unverzichtbare Säule der Energiesicherheit“. Auch seien Atomkraftwerke laut des Weltklimarats IPCC und der EU nachhaltig und CO2-arm.

Thess plädierte bei der Nutzung der Kernenergie für einen Dreistufenplan. Zuerst müßten die vorhandenen Kraftwerke weiterbetrieben werden, denn sollten die drei jüngst stillgelegten Systeme reaktiviert werden und schließlich brauche man „eine breite gesellschaftliche Debatte über den geordneten Wiedereinstieg in die Kernenergie in Deutschland“. Erreicht die Petition bis zum 14. Oktober die Marke von 50.000 Unterzeichnern, dürfen die Wissenschaftler ihre Forderung im Bundestag vortragen.

Energieversorgung bringt auch Linder in große Sorge

Den Druck gegen den von den Grünen gewollten Atomausstieg erhöhte auch Finanzminister Christian Linder (FDP). Er sagte, er sei in „großer Sorge“, was die deutsche Energieversorgung angehe. Laut einem Entwurf von Wirtschaftsminister Habeck sollen die letzten zwei dann noch verbleibenden AKWs spätestens am 15. April 2023 endgültig vom Netz gehen.

Lindner will dagegen alle drei noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke bis 2024 am Netz lassen und zusätzlich ein Wiederanfahren der jüngst abgeschalteten Kraftwerke prüfen. Eine Sprecherin von Kanzler Olaf Scholz (SPD) verwies bei der Frage auf die Vereinbarung im Koalitionsvertrag. Dort heißt es: „Am deutschen Atomausstieg halten wir fest.“

Noch am Netz sind die Kraftwerke Isar 2, Neckarwestheim und Emsland. Die bisherigen Pläne der Bundesregierung sahen vor, alle drei Ende des Jahres stillzulegen. Europaweit fordern mehrere Energieminister den Wiedereinstieg in die Technologie. (mp)

Dampf quillt aus dem Kühlturm des Kernkraftwerkes Isar 2 (aufgenommen aus einem Flugzeug). Foto: picture alliance/dpa | Jan Woita
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