Joachim Kuhs
Es kommen wieder mehr Asylbewerber nach Deutschland (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa | Bodo Schackow
Es kommen wieder mehr Asylbewerber nach Deutschland (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa | Bodo Schackow

Steigerung um 120 Prozent
 

Zahl der Asylbewerber wächst stark an

BERLIN. Die Zahl der Asylanträge ist im Mai um fast 120 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. So stellten 8.278 Migranten einen Antrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), teilte die Behörde mit, was einer Steigerung um 119,2 Prozent entspricht.

Die meisten Asylgesuche reichten Syrer ein (3.659). Die zweitgrößte Gruppe waren demnach Afghanen (1.524 Anträge), die drittgrößte Iraker (602).

Eine Anerkennung als Flüchtlinge erhielten 2.204 Personen, weiteren 1.356 gaben die Behörden den subsidiären Schutzstatus und 370 Migranten Schutz vor Abschiebungen. 2.301 Asylanträge wurden abgelehnt.

Dänemark will Asylbewerber ohne Verfahren ausweisen

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Mathias Middelberg (CDU), kommentierte die Zahlen gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Vieles spricht dafür, daß die Zahl der Asylanträge weiter steigen wird.“ Mit Blick auf die Mittelmeerroute sagte er: „Dabei geht es vielfach um Wirtschaftsmigration, nicht mehr um Flucht.“

Vor dem Hintergrund des in der vergangenen Woche verschärften Asylgesetzes in Dänemark betonte Middelberg, daß „die Bereitschaft unter den EU-Mitgliedstaaten, immer mehr Migranten aufzunehmen, schwindet“. Daher plädiere er für Lösungen, die nicht allein auf eine Verteilung der Ankömmlinge setzten. So sollten Italien und Spanien als Ankunftsländer finanzielle und personelle Unterstützung erhalten, um schnelle Asylverfahren zu gewährleisten und Abschiebungen zu ermöglichen.

Das dänische Parlament hatte am vergangenen Donnerstag für ein Gesetz gestimmt, wonach Asylbewerber ohne Verfahren in Länder außerhalb der EU abgeschoben werden können. Zudem hätten Regierungsvertreter bereits Gespräch mit afrikanischen Ländern über die Einrichtung von Unterkünften geführt, damit Migranten dort bleiben bis über ihre Anträge entschieden sei.

Deutschland schiebt weniger Asylbewerber ab

In den ersten drei Monaten dieses Jahres hat Deutschland 2.880 Personen in ihre Heimatländer abgeschoben. Dies waren deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum, als 4.088 Migranten ausgewiesen wurden.

Im vergangenen Jahr verzeichnete das Bundesinnenministerium insgesamt 122.170 Asylgesuche in Deutschland. Auch damals stellten Syrer (25.373), Afghanen (8.051) und Iraker (7.335) die größten Gruppen. (ag)

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