Der Fraktionsvorsitzendeder AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt, Oliver Kirchner
Der Fraktionsvorsitzendeder AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt, Oliver Kirchner Foto: picture alliance / Moritz Frankenberg / dpa

Landtagswahl
 

Umfrage: AfD auch in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft

MAGDEBURG. Rund anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD laut einer Umfrage die CDU in dem Bundesland überholt und ist zur stärksten Partei aufgestiegen. Eine Insa-Erhebung im Auftrag der Bild-Zeitung sieht die Blauen mit 26 Prozent an der Spitze, die CDU fällt dagegen auf 25 Prozent.

Den dritten Platz belegt demnach die Linkspartei mit 13 Prozent, gefolgt von den Grünen mit elf Prozent. Die SPD kommt auf zehn Prozent, die FDP kann mit acht Prozent rechnen. Der Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, Oliver Kirchner, kommentierte auf Facebook: „Sachsen-Anhalt wacht auf. Wir machen weiter Druck und werden die Wähler anschließend nicht enttäuschen.“ Der Landesvorsitzende Martin Reichardt freute sich: „Die Bürger erkennen, wer für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat steht, nur die AfD.“ Zuvor war die AfD laut einer Umfrage auch in Sachsen an der CDU vorbeigezogen.

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Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am Sonntag in anderthalb Wochen statt. Für die CDU bedeutete das Ergebnis einen Verlust von fast fünf Prozentpunkten im Vergleich zu den Landtagswahlen 2016. Die AfD könnte dagegen rund zwei Prozentpunkte mehr einfahren als fünf Jahre zuvor.

„Jeder Vierte wählt rechtsextrem“

2016 gaben 5,2 Prozent der Wähler den Grünen ihre Stimme. Nach dem Umfrage-Ergebnis stießen die Grünen nun auf die doppelte Zustimmung bei den Bürgern. Die FDP wäre erstmals seit 2006 wieder im Landtag vertreten. Die Linkspartei verlöre knapp drei Prozentpunkte, die SPD stagniert bei zehn Prozent. Insa-Chef Hermann Binkert sagte der Bild: „Die CDU fällt hinter die AfD zurück. Da die AfD aber keine Koalitionspartner hat, kann ohne und gegen die Union nicht regiert werden.“

Mehrere Journalisten und Politiker kritisierten die AfD scharf. Der ARD-Mitarbeiter Gabor Halasz konstatierte für sich auf Twitter, „daß im Osten jeder Vierte eine in Teilen rechtsextreme Partei wählt“. Martin Machowecz vom Leipziger Büro der Zeit fragte: „Bleibt uns denn nichts erspart?“ Daniel Tiedtke aus dem Stadtvorstand der Grünen in Leipzig teilte einen Demonstrationsaufruf des Bündnisses „unteilbar“ und schrieb: „Um so wichtiger ist es zu zeigen, daß die Mehrheit aber immer noch demokratisch ist.“

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Ein Direktkandidat der Linkspartei in Magdeburg, Robert Fietzke, warnte auf Twitter vor einer „schwarz-braunen Mehrheit“. Zwar wäre „ ein Wahlsieg der Faschos eine Katastrophe“. Doch am meisten Sorgen bereiteten ihm die „Fliehkräfte innerhalb der CDU“. Bei den Christdemokraten suchten „nicht Wenige den Schulterschluß“ zur AfD. (hr)

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