Teilnehmer der Corona-Demonstration in Hamburg Foto: picture alliance/dpa | Georg Wendt
Teilnehmer der Corona-Demonstration in Hamburg Foto: picture alliance/dpa | Georg Wendt

Ausschreitungen bei Kundgebungen
 

Tausende demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen

BERLIN. Am Wochenende haben in mehreren deutschen Städten Tausende gegen die Corona-Maßnahmen der protestiert. Dabei kam es in Baden-Württemberg und Thüringen zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Im baden-württembergischen Reutlingen gingen am Samstag rund 1.500 Menschen gegen die Corona-Verordnungen auf die Straße. Nachdem die Kundgebung wegen fehlender Schutzmasken der Teilnehmer aufgelöst worden war, zog eine Gruppe laut SWR weiter durch die Stadt. Als Beamte sie stoppen wollten, kam es zu Angriffen, woraufhin die Sicherheitskräfte Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzten. Sie erteilten rund 100 Platzverweise gegen Demonstranten.

Insgesamt 14 Polizisten wurden bei Angriffen von Gegnern der Corona-Maßnahmen im thüringischen Greiz verletzt. Dort waren rund 1.000 Personen zu einer Versammlung zusammengekommen. Die Polizei leitete 44 Strafverfahren ein und erteilte mehr als 100 Platzverweise.

Die größte Demonstration fand am Sonnabend in Hamburg statt. Dort versammelten sich laut offizieller Angaben bis zu 10.000 Teilnehmer unter dem Motto „Das Maß ist voll – Hände weg von unseren Kindern!“.

Bundesinnenministerin fordert Distanzierung von Rechtsextremen

In Berlin folgten rund 600 Personen dem Demonstrationsaufruf der Jungen Alternative (JA). Die Jugendorganisation der AfD äußerte dabei ihre Ablehnung einer Impfpflicht gegen Corona. Einsatzhundertschaften der Polizei schirmten die Kundgebung gegen linksextreme Gegendemonstranten ab, die versuchten, die Kundgebung anzugreifen, wie die Berliner Zeitung berichtete.

Weitere Demonstrationen gab es unter anderem in München, Trier und Straubing. Dort sammelten sich Gegner der Corona-Maßnahmen vor einem Impfzentrum und zogen mit bis zu 700 Teilnehmern durch die Innenstadt.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) rief die Teilnehmer solcher Kundgebungen dazu auf, sich von Rechtsextremen zu distanzieren. Diese versuchten, die Bewegung zu durchsetzen, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Leider grenzen sich die bürgerlichen Demonstrationsteilnehmer noch immer zu wenig von diesen Leuten ab.“ Anstrengungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt müßten verstärkt werden, damit die Spaltungsversuche der antidemokratischen Kräfte überwunden werden, betonte die Sozialdemokratin.

44.000 demonstrieren gegen Corona-Politik in Wien

Faeser warnte zudem vor einer Radikalisierung der Corona-Proteste. Der Verfassungsschutz habe die sogenannte Querdenker-Bewegung jedoch „genau im Blick“.

Auch in der österreichischen Hauptstadt Wien versammelten sich am Sonnabend Tausende Menschen, um gegen die Corona-Politik der dortigen Bundesregierung zu demonstrieren. An einer von der FPÖ organisierten Kundgebung nahmen 15.000 Personen teil. Der anschließende Protestmarsch umfaßte laut Behörden rund 44.000 Menschen.

(ag)

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