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Mitglieder der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften sammeln sich zum Festumzug (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa | Carmen Jaspersen
Mitglieder der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften sammeln sich zum Festumzug (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa | Carmen Jaspersen

Gesinnungsprüfung
 

Schützenbruderschaft grenzt sich von AfD ab

LANGENFELD. Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) hat sich von der AfD distanziert, weil sie eine mutmaßliche „Vereinnahmung“ der Vereine betreibe. „Da wollen wir ein eindeutiges Zeichen der Abgrenzung setzen und den Vereinen Argumente zur Hand geben“, äußerte sich Bundesschützenmeister Emil Vogt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Mitgliedschaft in der AfD sei demnach „unvereinbar“ mit den Schützenvereinen, heißt es laut Süddeutsche Zeitung in einem Beschluß zur „Unvereinbarkeit der Mitgliedschaft“, der am Sonntag gefaßt wurde. Das christliche Menschenbild des BHDS stehe den Zielen der AfD „konträr entgegen“, hieß es dort. Zudem beruhe das Heimatverständnis des Bundes auf „Offenheit und Integration“ und sei mit den „nationalistischen Vorstellungen“ der AfD nicht zu vereinen.

Schützenmeister ist empört über AfD-Werbung

Der Verband folge hierin der Linie der Deutschen Bischofskonferenz. „Gerade in der heutigen Zeit, in der rechte Populisten unter dem Deckmantel der Heimatverbundenheit Grenzen abschotten wollen und Fremdenhaß schüren, zeigen wir, daß unsere Werte auf Miteinander setzen und nicht auf Ausgrenzung“, lautet die Begründung es weiter.

Grund für die Erklärung sei unter anderem eine Wahlwerbung der AfD gewesen. Der Slogan „Weil bei uns nur der Schützenhut grün ist“ ziele direkt auf das Brauchtum der Schützenmitglieder. Vogt sei über die Kampagne empört gewesen.

Verband wünscht sich „Diskussionsprozeß“

Bereits im März vergangenen Jahres hatte Vogt Gesinnungsprüfungen für künftige Mitglieder des BHDS angekündigt, um eine Nähe zur AfD auszuschließen. Der Unvereinbarkeitsbeschluß war zu diesem Zeitpunkt schon in Erwägung gezogen worden.

Das Papier solle in der Folge an die Bruderschaften verschickt werden, um dort „einen Diskussionsprozeß in Gang zu setzen“. Unter dem Dach des BHDS sind etwa 1.300 Schützenvereine organisiert. (jz)

Mitglieder der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften sammeln sich zum Festumzug (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa | Carmen Jaspersen
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