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Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin: Eine Fachkommission der Bundesregierung will bei ausländischstämmigen Personen und ihren Kindern künftig von „Eingewanderten und ihren (direkten) Nachkommen" sprechen
Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin: Eine Fachkommission der Bundesregierung will bei ausländischstämmigen Personen und ihren Kindern künftig von „Eingewanderten und ihren (direkten) Nachkommen“ sprechen Foto: picture alliance/Wolfram Steinberg/dpa

Fachkommission Integrationsfähigkeit
 

Expertenrunde des Bundes will Begriff „Migrationshintergrund“ streichen

BERLIN. Die Fachkommission Integrationsfähigkeit hat sich dafür ausgesprochen, den Begriff „Migrationshintergrund“ nicht mehr zu verwenden. Stattdessen empfehle sie künftig von „Eingewanderten und ihren (direkten) Nachkommen“ zu sprechen, teilte die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenrunde am Mittwoch mit.

Das Wort „Migrationshintergrund“ sei für viele Menschen ein Etikett, dem sie nicht entkommen könnten, selbst wenn sie schon lange in der Bundesrepublik lebten, die deutsche Staatsbürgerschaft besäßen und bereits in Deutschland geboren seien, verdeutlichten die 25 Fachleute aus Kommunalpolitik, Behörden und Wissenschaft.

Das Wort sei vor 15 Jahren eingeführt worden, die Gesellschaft habe sich seitdem aber stark gewandelt, sagte die Beauftrage der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Annette Widmann-Mauz (CDU), bei der Vorstellung des Abschlußberichts der Kommission. Viele hätten durch die Umschreibung „Migrationshintergrund“ das Gefühl „nie zu hundert Prozent dazuzugehören“.

Jeder vierte Einwohner Deutschland hat Migrationshintergrund

Die SPD-Politikerin im Berliner Abgeordnetenhaus, Derya Caglar, die dem Vorsitz der Kommission angehört, wies auf aus ihrer Sicht positiven Konsequenz des Vorhabens hin. „Ich wäre dann nicht mehr Migrantin, sondern die Tochter von Eingewanderten. Meine Kinder wären einfach nur noch Deutsche.“

Die Zuschreibung Migrationshintergrund wird für Personen verwendet, die entweder selbst in die Bundesrepublik eingewandert sind oder mindestens ein Elternteil haben, das aus einem anderen Land stammt. Laut dem Statistischen Bundesamt trifft das derzeit auf mehr als jeden vierten Einwohner Deutschlands zu. (zit)

Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin: Eine Fachkommission der Bundesregierung will bei ausländischstämmigen Personen und ihren Kindern künftig von „Eingewanderten und ihren (direkten) Nachkommen“ sprechen Foto: picture alliance/Wolfram Steinberg/dpa
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