AfD-Chef Jörg Meuthen
AfD-Chef Jörg Meuthen Foto: picture alliance/Hauke-Christian Dittrich/dpa

Rückzug von Parteiführung
 

Meuthen will nicht mehr als AfD-Chef kandidieren

BERLIN. AfD-Chef Jörg Meuthen zieht sich aus der Parteiführung zurück. Wie der 60 Jahre alte EU-Abgeordnete in einem Schreiben an die Mitglieder bekannt gab, das der JUNGEN FREIHEIT vorliegt, werde er auf dem kommenden Bundesparteitag im Dezember nicht mehr für das Amt des Bundesprechers kandidieren.

Meuthen hatte die Partei als Teil einer Doppelspitze seit 2015 mitangeführt. Zuerst gemeinsam mit der früheren AfD-Vorsitzenden Frauke Petry und nach deren Abgang mit dem sächsischen AfD-Abgeordneten und Spitzenkandidat zur Bundestagswahl, Tino Chrupalla.

Das Verhältnis zwischen Chrupalla und der zweiten Spitzenkandidatin, Fraktionschefin Alice Weidel auf der einen und Meuthen auf der anderen Seite gilt seit längerem als zerrüttet. Meuthen hatte sich im Bundestagswahlkampf öffentlich für ein anderes Spitzenduo ausgesprochen. Seine Niederlage in der Frage wurde auch als Zeichen seines schwindenden Einflusses in der Partei gewertet.

Meuthen appelliert an Delegierte

Ihm sei die Entscheidung zum Rückzug nicht leichtgefallen, schrieb Meuthen an die Mitglieder. Er werde sich damit aber nicht ins Privatleben zurückziehen, sondern weiter politisch aktiv bleiben. „Ich leide jeden einzelnen Tag unter den kapitalen, politisch vollkommen falschen Weichenstellungen der etablierten und hier in Deutschland wie in Brüssel den Ton angebenden Parteien. Entsprechend werde ich weder verstummen noch mein politisches Schaffen einstellen, sondern auch weiterhin meine politische Arbeit tun und meine Stimme hörbar einsetzen.“

Den Delegierten des Parteitags empfahl der scheidende AfD-Chef, mit einer besonnenen Wahl „vernünftige Vorstandsmitglieder“ zu wählen, „die unsere Partei als entschiedene Rechtsstaatspartei und als starke und einzige entschlossen freiheitlich-konservative Kraft weiter voranbringen“. (krk)

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