Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht sich für die Aufnahme afghanischer Hilfskräfte in Deutschland aus Foto: picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht sich für die Aufnahme afghanischer Hilfskräfte in Deutschland aus Foto: picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm

Pläne der Bundeskanzlerin
 

Merkel erwägt Charterflüge für afghanische Bundeswehrhelfer

BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, afghanische Hilfskräfte, die deutschen Einheiten unterstützt haben, kostenlos nach Deutschland zu holen. „Unser Ziel ist, daß diejenigen (afghanischen Hilfskräfte – Anm.), die ab 2013 für Deutschland gearbeitet haben, auch nach Deutschland kommen können, um nicht bedroht zu werden. Ich setze mich für pragmatische Lösungen ein. Das heißt auch, daß es nicht daran scheitern darf, daß man das Geld für den Flug nicht hat“, sagte sie am Donnerstag während der letzten Bundespressekonferenz ihrer Amtszeit.

Die Bundesregierung werde sich kümmern. Das bedeute auch, über Charterflugzeuge für die afghanischen Hilfskräfte nachzudenken.

Die CDU-Politikerin führte weiter aus, sie habe sich dafür eingesetzt, daß Unterstützungskräfte rückwirkend bis 2013 von der Regelung betroffen seien. Andere Stimmen wollten demnach nur Afghanen in Diensten des deutschen Militärs und der Polizei aufnehmen, die in den vergangenen zwei Jahren für Deutschland gearbeitet hätten.

Merkel wünscht sich legale Migration

Im Mai hatten Diplomaten und hochrangige Militärs bereits in einem Offenen Brief die Aufnahme sogenannter afghanischer Ortskräfte der Bundeswehr in Deutschland gefordert. Laut Bundesverteidigungsministerium waren damals noch knapp 1.100 Afghanen für rund 40 deutsche Projekte in dem Land beschäftigt.

Angesprochen auf die Migrationspolitik ihrer Amtszeit äußerte Merkel, sie wünsche sich, „daß wir legale Migration haben, und wir denen, denen wirklich geholfen werden muß, helfen“. Letztlich würden Schlepper und Schleuser nach wie vor in erheblichem Maße agieren. Diese würden nicht den Menschen helfen, „die es wirklich am meisten brauchen“.  Zugleich beklagte die Kanzlerin, daß es noch immer nicht gelungen sei, eine gemeinsame europäische Asylpolitik festzulegen.

Merkel äußerte sich auch zum Klimaschutz und räumte bei diesem Thema Versäumnisse während ihrer 16jährigen Amtszeit ein. So sei für das angestrebte Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, „nicht ausreichend viel passiert“. Zugleich betonte sie: „Ich bin der Meinung, daß ich sehr viel Kraft für den Klimaschutz aufgewandt habe.“ (ag)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht sich für die Aufnahme afghanischer Hilfskräfte in Deutschland aus Foto: picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm
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