Joachim Kuhs
Ditib-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz, Yilmaz Yildiz, erntete Kritik für Einladung
Ditib-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz, Yilmaz Yildiz, erntete Kritik für Einladung Foto: picture alliance / dpa | Fredrik von Erichsen

Rheinland-Pfalz
 

Einladung von homofeindlichem Historiker: Ditib-Landesvorsitzender tritt zurück 

MAINZ. Der Vorsitzende des Moscheeverbands Ditib in Rheinland-Pfalz, Yilmaz Yildiz, hat am Wochenende seinen Rücktritt erklärt. Der Landesverband war in die Kritik geraten, weil er den türkischen Historiker Ahmet Simsirgil zu einem Vortrag eingeladen hatte. Die digitale Veranstaltung wurde nach massiver Kritik jedoch abgesagt. Simsirgil wird zum Vorwurf gemacht, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seiner Partei AKP nahezustehen. Außerdem soll er sich israel- und homosexuellenfeindlich geäußert haben.

Unter anderem hatte Simsirgil im Zusammenhang mit der Kündigung der Istanbul-Konvention durch die Türkei erklärt, der Westen habe versucht, durch den völkerrechtswidrigen Vertrag die Türkei mit der LGBT-Lobby zu infiltrieren, berichteten mehrere Medien übereinstimmend. Dadurch würden Familienstrukturen zerstört und Homosexualität verbreitet. „Wenn sie die Türkei mit dieser Krankheit infizieren, dann fällt damit auch die gesamte islamische Welt.“ Erdogan hatte die Konvention 2011 selbst unterzeichnet.

Aussagen könnten „in keiner Weise akzeptiert werden“

Yildiz entschuldigte sich in und erklärte: „Ich möchte hiermit nochmals versichern, daß die medial geäußerten Meinungen von Herrn Simsirgil weder meine noch die Meinung der Ditib auch nur annähernd wiedergegeben.“ Die Aussagen des Historikers könnten „in keiner Weise akzeptiert werden“. Zuvor hatte die Landesregierung angekündigt, die Zusammenarbeit mit der Ditib auf den Prüfstand zu stellen.

Seit April 2020 plant das rot-gelb-grüne Regierungskabinett von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die Ditib für den islamischen Religionsunterricht einzuspannen und als Religionsgemeinschaft staatlich anzuerkennen. Voraussetzung dafür ist die personelle und strukturelle Unabhängigkeit vom Bundesverband und vom türkischen Staat.

Der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Fraktion im Landtag, Joachim Paul, hatte bereits im Februar gefordert, „alle offiziellen Gespräche sofort abzubrechen“. Zuvor hatte der Islamkritiker Irfan Peci beim AfD-Landesverband über Verstrickungen der Ditib zur islamistischen Szene referiert. Paul kommentierte den Rücktritt Yildiz’ auf Twitter. „AfD wirkt!“ (hr/ls)

Ditib-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz, Yilmaz Yildiz, erntete Kritik für Einladung Foto: picture alliance / dpa | Fredrik von Erichsen
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