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Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) verteidigt seine Haltung, sich nicht impfen zu lassen Foto: picture alliance/dpa | Christophe Gateau
Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) verteidigt seine Haltung, sich nicht impfen zu lassen Foto: picture alliance/dpa | Christophe Gateau

Corona-Pandemie
 

Aiwanger warnt vor Jagd auf Ungeimpfte

MÜNCHEN. Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie vor gesellschaftlichen Druck auf Ungeimpfte gewarnt. Die Impfung sei kein Allheilmittel, das andere Maßnahmen überflüssig mache. „Auch der Geimpfte wird nicht darum herumkommen, sich bei bestimmen Anlässen testen zu lassen. Das ist besser als jetzt die Jagd aufzunehmen auf diejenigen, die noch nicht geimpft sind“, sagte er dem Deutschlandfunk.

Aiwanger verteidigte erneut seine Haltung, sich selbst vorerst nicht impfen zu lassen. Er wolle warten, bis er davon überzeugt sei, daß eine Impfung sicher sei. Er verwies auf nicht näher genannte Fälle von schweren Impfnebenwirkungen aus seinem persönlichen Umfeld. Daher werde er auch nicht für einen Impfstoff werben, betonte der bayerische Wirtschaftsminister.

Zugleich mahnte der Chef der Freien Wähler die Sorglosigkeit von Geimpften im Umgang mit dem Virus an. Aiwanger äußerte sich skeptisch, daß eine Herdenimmunität „herbeizuimpfen“ sei. Stattdessen müsse weiter auf Masken, Abstandhalten und Tests gesetzt werden.

Scharfe Kritik an der Haltung Aiwangers kam vom CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Steiniger. Er empörte sich darüber, daß der bayerische Politiker seine Weigerung, sich nicht impfen zu lassen, noch verteidige.

Schäuble verlangt, sozialen Druck auf Ungeimpfte aufzubauen

Unterdessen zeigte sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) „maßlos traurig“ über die sinkende Impfbereitschaft in Deutschland. Er vertrat gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitun“ die Ansicht, daß es keine verfassungsrechtlichen Probleme bei der Ungleichbehandlung von Geimpften und Genesenen einerseits und Ungeimpften andererseits gebe. Nur ein vollständiger Impfschutz sei die Chance, aus der Pandemie zu kommen.

Schäuble sprach sich dafür aus, daß im privaten Umfeld Druck auf Impfunwillige aufgebaut werde. „Das sollte durchaus Thema im Freundes- und Bekanntenkreis sein, daß diejenigen, die nicht mitmachen, obwohl sie es könnten, ein schlechtes Gewissen bekommen.“

In den vergangenen Tagen hatten Forderungen von Kanzleramtsminister Helge Brauen (CDU), Ungeimpfte mit Einschränkungen zu belegen, die Impfdebatte in Deutschland wieder angefacht. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hatte sich gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. (ag)

Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) verteidigt seine Haltung, sich nicht impfen zu lassen Foto: picture alliance/dpa | Christophe Gateau
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