Joachim Kuhs
Der ehemalige General Joachim Wundrak wurde auf Platz 1 der AfD Landesliste für die Bundestagswahl gewählt Foto: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg
Der ehemalige General Joachim Wundrak wurde auf Platz 1 der AfD Landesliste für die Bundestagswahl gewählt Foto: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg

Landesliste gewählt
 

Ex-Bundeswehrgeneral wird AfD-Spitzenkandidat für Bundestagswahl

BRAUNSCHWEIG. Der AfD-Landesverband Niedersachsen hat den früheren Bundeswehr-General Joachim Wundrak auf Listenplatz 1 für die Bundestagswahl im kommenden Jahr gewählt. Er setzte sich am Sonnabend in Braunschweig bei der Wahl der Landesliste mit 283 zu 229 Stimmen gegen den früheren Landesvorsitzenden Armin-Paul Hampel durch. Wundrak ist ein ehemaliger Generalleutnant (Drei-Sterne-General) der Luftwaffe, zuletzt bis 2013 Kommandeur des Kommandos Operative Führung Luftstreitkräfte in Kalkar.

Beobachter zeigten sich überrascht über die Niederlage von Hampel, der außenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion ist und 2013 bis 2018 niedersächsischer Landesvorsitzender war. Der amtierende Landesvorsitzender Jens Kestner unterlag wiederum überraschend beim Kampf um Listenplatz 2 gegen den Landwirt Frank Rinck mit 267 zu 236 Stimmen. Platz 3 errang der Bundestagsabgeordnete Thomas Ehrhorn.

Im September hatte sich Kestner in einer Stichwahl gegen die bisherige Vorsitzende Dana Guth durchgesetzt. Guth und zwei weitere Abgeordnete traten kurz daraus aus der Landtagsfraktion aus. Damit verlor die AfD den Fraktionsstatus im Landtag. Anfang Dezember verließ Guth auch die Partei.

Gegen die Versammlung der AfD demonstrierten laut Polizei rund 400 Menschen. Dabei soll es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen gekommen sein.

Höcke attackiert Meuthen und AfD-Bundesvorstand

Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke hat unterdessen den jüngsten Beschluß des Bundesvorstands scharf kritisiert, in dem sich dieser zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekannt hatte. „Es zeigt mir die fehlende Souveränität“, sagte er am Sonnabend nachmittag während einer von rund 200 Zuhörern besuchten Veranstaltung des AfD-Kreisverbandes Höxter. Höcke wörtlich: „Ich dachte an das Kaninchen, das mit bummerndem Herzchen vor der Schlange sitzt.“ Es sei ein „weiteres ängstliches Bekenntnis zur Grundordnung unseres Staates“. Sich ständig bekennen zu müssen, sei ein „Merkmal von Diktaturen“.

Rückblickend auf den Bundesparteitag am vergangenen Wochenende warf Höcke dem Bundessprecher Jörg Meuthen vor, „nicht genehme Teile der Partei“ attackiert zu haben, statt sich gegen den politischen Gegner zu wenden. „Wir brauchen keinen erhobenen Zeigefinger des Bundessprechers“.

Der Landesvorsitzende von NRW, Rüdiger Lucassen, hatte in Höxter vor Höcke an die Geschlossenheit der Partei appelliert und wie Meuthen mehr Disziplin gefordert. Zugleich mahnte er an, auf unnötige Provokationen zu verzichten, die nur kurzfristig für Schlagzeilen sorgten. Es sei beispielsweise eine „schamlose Unverschämtheit, die Loyalität aller Kollegen“ einzufordern, nachdem es kürzlich im Reichstag zu Zwischenfällen durch Gäste einzelner AfD-Bundestagsabgeordneten im Reichstag gekommen war. Mit Blick auf die kommende Bundestagswahl erinnerte Lucassen daran, daß in Nordrhein-Westfalen mehr Wähler lebten, als in allen ostdeutschen Bundesländern mit Berlin zusammen. Gesamtdeutsche Wahlen würden im Westen gewonnen. (ag)

Der ehemalige General Joachim Wundrak wurde auf Platz 1 der AfD Landesliste für die Bundestagswahl gewählt Foto: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg
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