Beitragsservice nimmt durch Rundfunkgebühren mehr als acht Milliarden Euro ein Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto
Mehr als acht Milliarden Euro

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Gebühren-Einnahmen steigen weiter

KÖLN. Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Wie der Beitragsservice am Dienstag mitteilte, flossen 2019 rund 8,08 Milliarden Euro an die von den neun Landesrundfunkanstalten betriebene Einrichtung.

Davon nahmen ARD, ZDF und Deutschlandradio 7,92 Milliarden ein. An die ARD-Anstalten gingen demnach 5,68 Milliarden, an das ZDF 2,01 Milliarden und an das Deutschlandradio 230,5 Millionen Euro. Die Einnahmen aus dem Beitragsservice steigen seit drei Jahren stetig an. 2017 betrug die Summe noch 7,97 Milliarden Euro. Neben den Sendern erhalten auch die Landesmedienanstalten, die die Privatsender beaufsichtigen, Geld aus dem Beitragsservice.

2019 waren laut Beitragsservice mehr als 46 Millionen Konten registriert. Fast 3,6 Millionen davon befanden sich in einer Mahnstufe oder in Vollstreckung. Rund 3,1 Millionen Personen waren von den Zwangsgebühren befreit oder erhielten eine Ermäßigung. Durch den im Mai 2018 deutschlandweiten Meldeabgleich registrierte die Einrichtung 1,1 Millionen neue Wohnungen, für die bislang kein Beitrag gezahlt wurde. „Dies zeigt deutlich die beitragsstabilisierende Wirkung des Meldedatenabgleichs“, lobte der Geschäftsführer des Beitragsserivices, Michael Krüßel, die Maßnahme. Damit stieg die Zahl der angemeldeten Wohnungen auf 39,9 Millionen.

Rundfunkgebühren sollen ab 2021 steigen

In Deutschland muß jeder Haushalt Rundfunkgebühren in Höhe von derzeit 17,50 Euro im Monat entrichten. Auch Unternehmen, Institutionen oder Einrichtungen des Gemeinwohls sind davon betroffen. Bei ihnen richtet sich die Höhe des Beitrags in erster Linie an der Zahl der Beschäftigten.

Die Rundfunkgebühren sollen ab dem kommenden Jahr um 86 Cent auf 18,36 Euro im Monat steigen. Darauf einigten sich die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer. Allerdings müssen auch die Länderparlamente zustimmen. Die Erhöhung war wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Beschränkungen auch kritisiert worden. Das deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunksystem gilt als das teuerste der Welt. Neben den Rundfunkgebühren nehmen die Sender auch Geld über Werbung ein. (ls)

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