Polizisten durchsuchen während der Razzia ein Wohnhaus in Sachsen-Anhalt Foto: picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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Razzia in fünf Bundesländern

Polizei geht gegen illegale Zeitarbeit in Fleischindustrie vor

BERLIN. Im Kampf gegen illegale Leiharbeit in der Fleischindustrie hat die Bundespolizei in fünf Bundesländern die Räume von zwei Zeitarbeitsfirmen durchsucht. Dabei waren rund 800 Beamte im Einsatz, teilte die Bundespolizei am Dienstag mit. Die beiden Unternehmen sollen osteuropäische Arbeitskräfte mit falschen Dokumenten nach Deutschland eingeschleust haben.

Im Fokus der Ermittler stehe ein „Konstrukt aus verschiedenen Zeitarbeitsfirmen“. Die zehn Hauptbeschuldigten seien russischer, kosovarischer, polnischer und ukrainischer Herkunft. Sie sollen in den vergangenen sechs Monaten mindestens 82 Osteuropäer illegal nach Deutschland geholt und ihnen geholfen haben, sich mit gefälschten Ausweisen bei Ämtern anzumelden. Außerdem sollen sich die Eingeschleusten als Studenten ausgegeben haben. Bei den mehr als 60 durchsuchten Häusern handle es sich neben Wohn- und Geschäftsräumen um 52 Arbeitsunterkünfte in Sachsen-Anhalt.

Eingeschleuste Osteuropäer sollen auch für Tönnies gearbeitet haben

Die eingeschleusten Ausländer sollen laut Bild-Informationen unter anderem im Schlachtbetrieb Tönnies beschäftigt gewesen sein. „Wir haben keine Informationen, ob und wenn ja, in welchem Maße Dienstleistungsunternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, von den Durchsuchungen betroffen sind. Wir sagen den Behörden aber natürlich unsere volle Unterstützung zu“, sagte Geschäftsführer André Viehlstädte der Zeitung. Tönnies war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil rund 1.400 Mitarbeiter des Betriebs in Rheda-Wiedenbrück positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

„Die Nutzung gefälschter Dokumente für irreguläre Migration und illegale Beschäftigung floriert auch in Mitteldeutschland. Damit geht zum einen ein hoher Schaden für die Sozialkassen sowie für Unternehmen, welche die gesetzlichen Bestimmungen einhalten, einher. Zum anderen wird die Arbeitskraft der Betroffenen schonungslos ausgenutzt“, mahnte eine Polizeisprecherin. (zit)

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