Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) verlangt mehr Frauen in Führungspositionen von Unternehmen Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa
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„Rote Karte“ für Männerdomänen

Frauenquote: Giffey droht Firmen mit Sanktionen

BERLIN. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat Unternehmen mit Sanktionen gedroht, wenn sie nicht freiwillig ihre Führungsebene weiblicher besetzen. Mindestens ein Viertel der Vorstandsposten soll an Frauen vergeben werden, verlangte Giffey laut der Nachrichtenagentur dpa.

Die Führungsetagen der 188 größten deutschen börsennotierten Unternehmen seien zu 90 Prozent männlich dominiert. 115 Firmen hätten keine einzige Frau im Vorstand, wie eine Auswertung der Organisation „Frauen in die Aufsichtsräte“ (Fidar) zeige.

Einige Unternehmen würden nicht an einer weiblicheren Spitze arbeiten, darunter auch Heidelberg Cement, Deutsche Wohnen und HelloFresh. Laut den Autorinnen der Studie planen 75 Firmen mit einer Zielgröße von null, was den Frauenanteil betreffe.

Frauenquote in Aufsichtsräten zeige Wirkung

Deshalb habe sich die Bundesregierung dazu entschlossen, den Druck auf die Unternehmen zu erhöhen. Die Zeit der Appelle sei vorbei, betonte Fidar-Präsidentin Monika Schulz-Strelow. Firmen, die ohne Frauen planten, sei die „rote Karte“ zu zeigen.

Das weibliche Geschlecht habe sich in der Corona-Krise bewiesen, sagte Giffey. Es sei pragmatisch, zielorientiert und unaufgeregt. „Zu viele Unternehmen scheinen diesen Vorteil von Frauen nicht nutzen zu wollen“. Darum fordere sie, Firmen gesetzlich dazu zu verpflichten, ihren Vorstand weiblicher aufzustellen.

Maßnahmen in Aufsichtsräten zeigten bereits Wirkung. Fast jeder dritte Posten in Aufsichtsräten sei im April weiblich besetzt gewesen. Seit 2016 gibt es eine Frauenquote, nach der Unternehmen solange Frauen in den Aufsichtsrat berufen müssen, bis mindestens ein Anteil von 30 Prozent erreicht ist. (zit)

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) verlangt mehr Frauen in Führungspositionen von Unternehmen Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

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