CDU-Logo am Konrad-Adenauer-Haus in Berlin Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa
Forderung nach Unvereibarkeitsbeschluß

CDU: Streit um WerteUnion spitzt sich zu

BERLIN. In der CDU mehren sich die Stimmen für eine härtere Auseinandersetzung mit Mitgliedern der WerteUnion. Er empfinde die WerteUnion als „Beleidigung für jedes CDU-Mitglied“, sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) in der ARD.

„Wir als CDU-Mitglieder haben Werte, unsere Politik ist auf Werten aufgebaut, deshalb braucht es keine WerteUnion!“ In der Rheinischen Post ergänzte er, jeder in der WerteUnion müsse sich überlegen, ob sein Platz noch in der Union sei. „Wenn nicht, müßte er konsequenterweise sein Parteibuch zurückgeben.“

Zuvor hatte bereits der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brock ein entschiedenes Vorgehen gegen die konservative parteiinterne Gruppierung gefordert. „Wenn die WerteUnion weiter gegen die Prinzipien der CDU verstößt, muß man sie rauswerfen“, sagte er dem Spiegel. Gegenüber der Welt bezeichnete er die Vereinigung sogar als „Krebsgeschwür“, das man „mit aller Rücksichtslosigkeit“ bekämpfen müsse.

Polenz für Unvereinbarkeitsbeschluß

Die brandenburgische CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke hingegen widersprach ihren Parteifreunden. „Die WerteUnion ist ein Hilferuf unserer Mitglieder“, schrieb sie auf Twitter. „Niemand ist hier ein Krebsgeschwür oder eine Beleidigung und wird auch nicht rausgeschmissen. Wem das zu anstrengend ist, der hat Volkspartei CDU nicht verstanden.“

Anders der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz. Er sprach sich für einen Unvereinbarkeitsbeschluß zwischen CDU und WerteUnion aus. Das sei dringend notwendig, mahnte er auf Twitter. Die WerteUnion habe der CDU seit Wochen die Strategie empfohlen, die letztlich in das Desaster von Thüringen geführt habe. „Die CDU braucht kein Scharnier zur völkisch-nationalistischen AfD, sondern einen tiefen, breiten Graben“, unterstrich Polenz. (krk)

CDU-Logo am Konrad-Adenauer-Haus in Berlin Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

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