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Bundeswehruniform Foto: picture alliance/dpa-Zentralbild
Landesverrat

Bundeswehr: Deutsch-Afghane spionierte für den Iran

KOBLENZ. Das Oberlandesgericht Koblenz hat einen zivilen Übersetzer der Bundeswehr wegen Landesverrats zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt. Der afghanisch-stämmige Angeklagte Abdul S., der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, arbeitete in der Heinrich-Hertz-Kaserne der Bundeswehr in Daun. In dieser Funktion soll er militärische Geheimnisse an den iranischen Nachrichtendienst weitergegeben haben, teilte das Gericht am Montag mit. Seine Ehefrau Asiea S. habe ihm dabei geholfen und erhielt eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten.

Abdul S. habe sich zwischen Januar 2013 und Januar 2017 mindestens acht Mal mit Mitarbeitern eines iranischen Nachrichtendiensts getroffen. Laut dem Bericht umfaßten die Informationen, die er übermittelte, unter anderem Lagepläne der Bundeswehr „über militärische Situationen und Analysen des Bundesministeriums der Verteidigung zu bestimmten Ländern und Themengebieten“.

Insgesamt erhielt der 51jährige S. demnach 34.500 Euro für die Spionagedienste. Seine Frau soll ihn logistisch unterstützt haben, indem sie Flüge buchte. Beide wurden laut der Nachrichtenagentur dpa in der afghanischen Hauptstadt Kabul geboren und wohnten in Bonn. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (hr)

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