An der Neuköllner Integrationsbeauftragten Güner Balci stört sich die Berliner Linkspartei (Archivbild) Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten
An der Neuköllner Integrationsbeauftragten Güner Balci stört sich die Berliner Linkspartei (Archivbild) Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten
Protest gegen Islamkritikerin

Berliner Linkspartei verlangt Neubesetzung der Integrationsbeauftragten

BERLIN. Der Berliner Landesverband der Linkspartei hat gefordert, die Ernennung der islamkritischen Journalistin Güner Balci zur Integrationsbeauftragten des Bezirks Neukölln zurückzunehmen. Zugleich attackierte er Bezirksbürgermeister Michael Hikel (SPD) für die Entscheidung. „Bürgermeister Hikel stellt sich mit der Benennung bewußt gegen die migrantischen Neuköllnerinnen und Neuköllner“, teilte der Verband mit. Statt den Migrationsbeirat in die Entscheidung einzubeziehen, benutze er die Stelle für seine Interessen.

Das Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung und Vertreter der Linkspartei im Neuköllner Migrationsbeirat, Ahmed Abed, warf Balci vor, eine „Sarrazin-Unterstützerin“ zu sein. Gegenüber der taz beklagte er, sie habe im vergangenen Jahr in einem ZDF-Beitrag über Clankriminalität der Stigmatisierung ausländischer Großfamilien Vorschub geleistet.

Hikel verteidigte die Personalentscheidung. „Frau Balcı steht mit ihrer Arbeit dafür, patriarchale Strukturen zu überwinden und junge Frauen und Männer zu emanzipieren. Daran kann ich nichts Falsches finden.“ Balci hatte sich in Beiträgen kritisch mit dem Islam auseinandergesetzt. In ihren Büchern „Arabboy“ und „Arabqueen“ schildert sie das Aufwachsen moslemischer Jugendlicher in Deutschland. (ag)

An der Neuköllner Integrationsbeauftragten Güner Balci stört sich die Berliner Linkspartei (Archivbild) Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten

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