Stephan E.

Verdächtiger im Mordfall Lübcke soll gestanden haben

BERLIN. Der Verdächtige im Mordfall Walter Lübcke, Stephan E., soll die Tat gestanden haben. Dies berichteten Teilnehmer aus einer nicht-öffentlichen Sondersitzung des Innenausschusses des Bundestags am Mittwoch, melden die Nachrichtenagentur dpa und das RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Laut NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung gab Stephan E. an, Lübcke wegen der Empörung über dessen Äußerungen zur Asylpolitik getötet zu haben. Es habe keine Mittäter oder Mitwisser gegeben.

Die Abgeordneten wollten sich in der Sitzung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), Generalbundesanwalt Peter Frank sowie den Chefs von Bundeskriminalamt und Bundesamt für Verfassungsschutz, Holger Münch und Thomas Haldenwang, über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren lassen.

Tatwaffe nicht gefunden

Frank zufolge seien bei Stephan E. „viele Asservate“ gefunden worden, die Tatwaffe sei jedoch nicht darunter gewesen. Zu der Waffe schweige auch der Verdächtige bislang. Mögliche Verbindungen des mutmaßlichen Täters zur Neonaziorganisation „Combat 18“ seien weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Stephan E. war nach Informationen des Spiegel bei der Bürgerversammlung 2015 anwesend, als Lübcke gesagt hatte: „Da muß man für Werte eintreten. Und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.“

Der CDU-Politiker Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni mit einer Schußwunde im Kopf auf der Terrasse seines Hauses in Wolfhagen bei Kassel entdeckt worden und starb weniger später im Krankenhaus. (ls)

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Walter Lübcke: Wurde am 2. Juni erschossen Foto: picture alliance/Swen Pförtner/dpa-POOL/dpa

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