ARD-Deutschlandtrend

Mehrheit der Deutschen will klimaschädliches Verhalten verbieten

BERLIN. Eine Mehrheit der Deutschen ist der Meinung, der Staat solle Bürgern und Unternehmen klimaschädliches Verhalten verbieten. Laut dem aktuellen Deutschlandtrend der ARD bejahen 57 Prozent der Bundesbürger entsprechende Verbote, 41 Prozent sind dagegen.

Am stärksten ist die Zustimmung in der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap für Verbote unter Anhängern der Linkspartei und der Grünen (jeweils 77 Prozent). Unter den SPD-Wählern können sich 63 Prozent, unter den Unionswählern 51 Prozent und unter den FDP-Anhängern 50 Prozent für Verbote zum Schutz des Klimas erwärmen. Nur bei den AfD-Anhängern überwiegen die Verbots-Gegner (58 zu 40 Prozent).

Seehofer steigt in der Beliebtheitsrangliste

Die konkreten Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung stoßen dagegen auf ein geteiltes Echo. Während die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Bahntickets nahezu einhellige Zustimmung findet (92 Prozent), sind etwas mehr als zwei Drittel (69 Prozent) für höhere Steuern auf Flugreisen und eine Abwrackprämie für alte Ölheizungen.

Die Erhöhung der Pendlerpauschale unterstützen 54 Prozent. Ablehnend äußert sich eine Mehrheit der Befragten dagegen zu einer staatlichen Kaufprämie für Elektroautos (53 Prozent) und der Einführung einer CO2-Steuer auf Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas (57 Prozent).

In der Beliebtheitsrangliste deutscher Politiker hat sich Innenminister Horst Seehofer (CSU) unterdessen deutlich gesteigert. Nach seiner Entscheidung, jeden vierten in Italien ankommenden Bootsmigranten in Deutschland aufzunehmen, legte er um neun Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat zu und ist nun der viertbeliebteste Politiker des Landes hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Außenminister Heiko Maas (SPD) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD). (tb)

 

Deutsche Verbotskultur (Symbolbild) Foto: picture alliance/chromorange

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