Zahl verdreifacht

Immer mehr Abschiebungen scheitern wegen Widerstands

BERLIN. Hunderte abgelehnte Einwanderer haben 2018 gewaltsam ihre Abschiebung verhindert. Wie eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag ergab, scheiterten die Abschiebungen von 1.637 Personen auf dem Luftweg aufgrund von „Widerstandshandlungen“. Damit hat sich diese Zahl im Vergleich zu 2017 (525) verdreifacht.

Beim Großteil der Betroffenen, 188 Nigerianer und 135 Somalier, handelte es sich um Afrikaner. Dahinter folgten Syrer (126), Guineer (98) und Eritreer (88). Weitere 107 Personen wurden wegen medizinischer Gründe nicht ausgewiesen, bei 506 weigerten sich Fluggesellschaften oder Piloten.

15 Mal konnten die Behörden einen Einwanderer nicht abschieben, weil sich das Herkunftsland weigerte, ihn aufzunehmen. Keine Erkenntnisse liegen der Bundesregierung laut der Anfrage vor, wie viele Abschiebungen scheiterten, weil die Betroffenen am Tag der Ausweisung nicht auffindbar waren.

Mehr gescheiterte als gelungene Abschiebungen

Im vergangenen Jahr waren damit mehr Abschiebungen gescheitert als gelungen. Während das Bundesinnenministerium 30.902 erfolglose Rückführungen registrierte, verbuchte es 23.525 vollzogen. Überdies überstellte Deutschland 2018 mehr als 9.200 Personen gemäß der Dublin-Verordnung.

Die Zahl der nichtvollendeten Abschiebungen hat in den vergangenen vier Jahren stetig zugenommen. Scheiterten 2015 noch 19.258 Rückführungen, waren es im Jahr darauf 20.923 und 2017 dann 22.775. (ls)

Gescheiterte Abschiebung (Archivbild): Polizei führt Afrikaner ab Foto: dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

All articles loaded
No more articles to load

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load