Österreich

Grünen-Chef nach Schlepperei-Vorwürfen zurückgetreten

KLAGENFURT/WÖRTHERSEE. Der Kärntner Grünen-Chef Matthias Köchl ist nach Schlepperei-Vorwürfen vorübergehend zurückgetreten. Köchl war vergangene Woche am italienisch-österreichischen Grenzübergang Tarvis von den Carabinieri wegen Beihilfe zur Schlepperei festgenommen worden.

Der Grünen-Politiker hatte einen 27 Jahre alten Iraker bei sich im Auto, als ihn die Beamten kontrollierten, berichtete das Nachrichtenportal UnserTirol24. Bei der Kontrolle habe er nervös gewirkt. Zudem hatte der Iraker den Angaben nach keine Dokumente bei sich. Köchl wurde daraufhin festgenommen und ins Gefängnis von Udine gebracht, wo er aber kurze Zeit darauf wieder freigelassen wurde. Die Carabinieri beschlagnahmten sein Auto und sein Mobiltelefon.

„Wenn ich einen Autostopper mitnehme ist das keine Schlepperei“

Köchl wies die Vorwürfe gegenüber der Kronen-Zeitung am Montag zurück. „Wenn ich beim Einkaufen-Fahren nach Tarvis einen Autostopper mitnehme, ohne nach seinen Papieren zu fragen, ist das keine Schlepperei. Den Vorwurf darf ich mir machen, nicht nach den Ausweispapieren gefragt zu haben. Weit ist es gekommen mit der EU-Reisefreiheit. Das macht mich ziemlich betroffen.“ Bis die Vorwürfe geklärt seien, werde er sein Amt Ruhen lassen.

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker forderte „rigorose rechtliche Konsequenzen“, sollten sich die Vermutungen bewahrheiten. „Ein politischer Mandatar, der das österreichische Volk vertreten möchte und zeitgleich unseren Rechtsstaat mit Füßen tritt, wäre keinesfalls tragbar.“

Seit der Landtagswahl 2018 sitzen die Grünen nicht mehr im Kärntner Landesparlament. Bei ihrer Kandidatenaufstellung war zuvor ein heftiger Streit ausgebrochen. Wie die Kleine Zeitung bekannt machte, waren mehrere Asylbewerber als Mitglieder aufgenommen worden, um einen Spitzenplatz der damaligen Landesvorsitzenden Marion Mitsche zu verhindern. (ls)

Matthias Köchl (l.): Auto und Mobiltelefon beschlagnahmt Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com

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