Migranten auf Malta

Deutschland nimmt 60 Bootsflüchtlinge auf – Jubel auf „Sea-Watch“

BERLIN. Deutschland hat sich bereit erklärt, 60 Personen von Flüchtlingsschiffen aus dem Mittelmeer aufzunehmen. Zuvor hatte Maltas Regierung verkündet, im Streit um die Zuständigkeit für 49 Einwanderer auf zwei deutschen Hilfsschiffen sei eine europäische Lösung gefunden worden.

Die Flüchtlinge hatten zuvor mehrere Wochen auf der Sea-Watch 3 und der Professor Albrecht Penck im Mittelmeer gelegen. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der Nachrichtenagentur dpa sagte, sei darüber hinaus aber auch eine Einigung für 249 Asylsuchenden gefunden worden, die sich bereits in Malta aufhalten.

Deutschland-Kontingent bleibt gleich

Demnach können auch noch weitere EU-Staaten zur Aufnahme verpflichten. „Weitere Gespräche finden statt.“ An dem deutschen Kontingent würde dies aber nichts ändern. Neben Deutschland werden die Flüchtlinge auf Frankreich, Portugal, Irland, Rumänien, Luxemburg und den Niederlangen verteilt. 78 können Regierungschef Joseph Muscat zufolge auf Malta bleiben.

Muscat hatte die Aufnahme der 49 Bootsflüchtlinge davon abhängig gemacht, daß die 249 Migranten auf andere EU-Staaten verteilt werden. Italien hatte sich zuvor geweigert, die Männer der beiden Schiffe an Land zu lassen und dies nur Frauen und Kindern erlaubt.

Am Mittwoch abend kündigte Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) seine Bereitschaft an, einen Teil der Einwanderer aufzunehmen. Er habe sich bereits mit einem entsprechenden Schreiben an Innenminister Horst Seehofer (CSU) gewandt.

Jubel auf „Sea-Watch“

„Sea-Watch“ forderte nach der Einigung ein Europa, in dem die Räume für Migranten „nicht begrenzt und überwacht“ werden. Die Organisation freue sich, „daß unsere Gäste endlich Land“ erreichten.

Ein von dem Verein geteiltes Video zeigt den Jubel der mehrheitlich schwarzafrikanischen Männer, in Europa einwandern zu dürfen:

(ls)

„Sea-Watch“: Einwanderer jubeln Foto: dpa / Twitter-Screenshot / JF-Montage

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