Xuan Trinh-Prozeß
Long N.H. beim Prozeßauftakt in Berlin Foto: picture alliance/dpa

Urteil
 

Vietnamesischer Spion muß hinter Gitter

BERLIN. Das Kammergericht in Berlin hat den vietnamesischen Spion Long N. H. wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit und Beihilfe zur Freiheitsberaubung zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte 2017 an der Entführung der beiden vietnamesischen Staatsangehörigen Xuan Thanh Trinh und dessen Geliebter Thi Minh P. D. aus Berlin mitgewirkt. Beide wurden auf offener Straße im Tiergarten in ein Auto gezerrt und über Moskau nach Vietnam geflogen.

Der Grund für die Entführung: Xuan Thanh Trinh war ein abtrünniger Funktionär der kommunistischen Partei Vietnams und hatte 2016 nach seiner Flucht in Deutschland Asyl beantragt. Nach seiner gelungenen Entführung wurde er dort zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Die Entführung des anerkannten Asylbewerber durch den vietnamesischen Geheimdienst bezeichnete die Vorsitzende Richterin als „eklatante Verletzung der Souveränität der Bundesrepublik Deutschland“, der Vorgang sei in der jüngeren Geschichte beispiellos. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (mec)

Long N.H. beim Prozeßauftakt in Berlin Foto: picture alliance/dpa
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