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Claudia Roth (links) und die bayerische Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze Foto: picture alliance/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB
Geschlechterpräferenz

Umfrage: Frauen wählen vor allem linke Parteien

BERLIN. Dürften in Deutschland nur Frauen wählen, wären die Grünen stärkste Partei. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Bild am Sonntag würden 28 Prozent der Frauen, aber nur 16 Prozent der Männer die Partei wählen.

Zweitstärkste Kraft unter den Frauen wäre die Union mit 27 Prozent (Männer: 23 Prozent). Unbeliebt bei den Frauen ist die AfD, die bei weiblichen Wählern nur auf sieben Prozent käme, aber von 22 Prozent der Männer gewählt würde.

Barley will mehr Frauen im Parlament

Bei den weiteren Parteien fallen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern geringer aus. Die SPD würden 14 Prozent der Frauen und 16 Prozent der Männer wählen. Die Linkspartei erhielte bei den Frauen zehn, bei den Männern acht Prozent, die FDP bei Frauen acht, bei Männern sieben Prozent. Eine grün-rot-rote Koalition unter Führung eines grünen Bundeskanzlers hätte unter Frauen somit eine klare Mehrheit.

Unterdessen hat Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) eine Wahlrechtsänderung gefordert, um den Frauenanteil im Bundestag zu erhöhen. Von der Regierungsbank aus schaue sie auf die Fraktionen von AfD, FDP und CDU/CSU, sagte Barley der Bild am Sonntag.

„Da sitzt ganz oft ein Meer von grauen Anzügen. Der Frauenanteil dort beträgt zwischen zehn bis knapp über 20 Prozent. Das ist kraß. Ändern wird sich das wohl nur durch ein neues Wahlrecht.“ Ihr Vorschlag: Größere Wahlkreise mit zwei direkt gewählten Abgeordneten unterschiedlichen Geschlechts.

FDP: Vorschlag ist verfassungswidrig

Um ihren Vorschlag umzusetzen, baut die Ministerin vor allem auf die Solidarität anderer weiblicher Abgeordneter. „Das Wichtigste ist, daß sich Frauen dafür zusammenschließen. Das wird mit Grünen und Linken gehen.“

Die FDP sprach von einem „irritierenden“ Vorschlag. Auch noble Ziele dürften nicht mit verfassungswidrigen Vorschlägen verfolgt werden, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann. „Das gilt erst recht für eine Bundesjustizministerin.“ (tb)

Claudia Roth (links) und die bayerische Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze Foto: picture alliance/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

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