Markus Krall Freiheit oder Untergang
Polizeiwägen
Polizeiwägen in Berlin-Schöneberg (Symbolbild) Foto: picture alliance/ dpa

Fahndung im Baskenland
 

Tatverdächtiger im Fall Melanie Rehberger festgenommen

BERLIN. Die Polizei hat den Mord an der Berlinerin Melanie Rehberger aufgeklärt. Zielfahnder der spanischen Polizei konnten den mutmaßlichen Täter am Dienstag in Burgos im Baskenland festnehmen. Bei dem Mann handelt es sich um einen 38 Jahre alten Bulgaren, der zuletzt in Berlin ohne festen Wohnsitz lebte. Er soll die Frau getötet haben, um eine versuchte Vergewaltigung zu verdecken.

Rückblick: Freitag, 25. Mai, nachmittags. Die 30jährige Social-Media-Beraterin will sich während der Arbeit nur mal schnell einen Kaffee holen und die Beine vertreten. Es ist sonniges Wetter, sie trägt ein luftiges Kleid und Sandalen. An dem Tag geht sie zu einem Wiesenhang, der an der S-Bahn-Trasse parallel zur Dolomitenstraße in Berlin Pankow liegt. Aber Melanie Rehberger kommt nicht zur Arbeit zurück. Am Samstag, den 26. Mai wird sie als vermißt gemeldet.

Fall in Aktenzeichen XY

Am Sonntag, den 27. Mai entdeckt ein Spaziergänger um 11.40 Uhr an der Straße Esplanade Ecke Dolomitenstraße die Leiche einer Frau – es ist Melanie Rehberg. Die Obduktion ergibt, daß sie am Freitag zwischen 16 und 19 Uhr einem Verbrechen zum Opfer fiel. Der Täter versuchte, sein Opfer zu vergewaltigen.

Gerichtsmediziner finden unter den Fingernägeln der Frau Fremd-DANN. Melanie Rehberger muß sich gegen den Mann verzweifelt gewehrt haben. Vergeblich. Die Gerichtsmediziner stellen fest, daß der Täter die zierliche junge Frau erstickte. Polizisten finden später am Tatort eine grün-braune Mütze. Sie vermuten, daß sie Melanie Rehbergers Mörder gehörte und er sie während oder nach der Tat verlor.

Die Beamten befragen Anwohner, werten Zeugenaussagen aus. Der Fall wird im ZDF in der Sendung Aktenzeichen XY gezeigt. Der Täter, so die Ermittler, muß starke Kratzspuren an den Unterarmen haben. Sie rühren von dem Todeskampf her, den sich Melanie Rehberger mit ihrem Mörder geliefert hatte. Die Fahnder gehen davon aus, daß es sich um einen Exhibitionisten handeln könnte. Denn schon im Februar war im Bereich der späteren Leichenfundstelle ein Exhibitionist aufgefallen und es wurde Anzeige erstattet.

Ziel: Auslieferung nach Deutschland

Am 25. Juni erwirkt die Berliner Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl wegen Mordes gegen den Bulgaren, den sie für den Täter hält. Ermittlungen der Berliner Zielfahnder ergeben, daß der Bulgare sich allerdings ins Ausland abgesetzt hat – eben nach Spanien. Dort verhafteten ihn nun spanische Polizisten. Ziel ist nun die Auslieferung nach Berlin, so die Staatsanwaltschaft. (mec)

 

Polizeiwägen in Berlin-Schöneberg (Symbolbild) Foto: picture alliance/ dpa
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