Teilnehmer der Pegida-Demonstration in Dresden Foto: picture alliance/Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa
Dresden

Pegida feiert vierten Geburtstag

DRESDEN. Rund 10.000 Demonstranten sind am Sonntag in Dresden gegen den vierten Geburtstag von Pegida auf die Straße gegangen. An den Protesten beteiligte sich auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Dem Aufruf „Vier Jahre Widerstand“ von Pegida folgten hingegen etwa 5.000 Teilnehmer. Sie feierten friedlich den vierten Jahrestag des islamkritischen Protestbündnisses. Die erste Kundgebung von Pegida hatte am 17. Oktober 2014 stattgefunden. Die regelmäßigen Montagsdemonstrationen wuchsen schnell und sorgten deutschlandweit für Aufsehen. Teilweise beteiligten sich mehr als 20.000 Demonstranten an den Protesten. Mit der Zeit ebbte der Zulauf aber ab und es wurde ruhiger um Pegida. Dennoch folgten immer noch einige tausend Menschen den montaglichen Aufrufen.

Kretschmer: Bürger nicht pauschal in die Ecke stellen

Pegida-Demonstranten bilden mit schwarzen, roten und gelben Luftballons eine riesige Deutschlandfahne Foto: picture alliance/AP Photo

Am gestrigen Sonntag waren nach Angaben der Polizei jedoch die Gegendemonstranten in der Mehrheit. Initiiert hatten die Proteste zahlreiche Bündnisse und Organisationen wie „Dresden. Respekt“, „Christopher Street Day Dresden“ (CSD) und „Tolerave“, aber auch die Linkspartei und die Gruppierung „Nationalismus raus aus den Köpfen“.

Sie versammelten sowohl Politiker von CDU, FDP, SPD, Grünen und Linke aber auch Anhänger aus dem linksextremen Antifa-Milieu unter dem Motto „Herz statt Hetze“. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zeigte sich erfreut über den starken Zulauf. „Es ist ein gutes Zeichen, daß sich für die Veranstaltungen am Sonntag ein breites Bündnis von Bürgerinnen und Bürgern zusammengefunden hat“, teilte er mit.

Sachsens CDU-Chef Kretschmer warb in seiner Ansprache für die Verteidigung der gemeinsamen Werte und ein respektvolles Miteinander. Er warnte davor, Menschen pauschal in eine Ecke zu stellen und als „Pack“ zu bezeichnen, nur weil sie eine andere Meinung hätten. Wenn Bürger sich Sorgen machten, müsse man das ernst nehmen.

Ermittlungen gegen Islam-Kritiker Stürzenberger

Gleichzeitig müsse man denen entgegentreten, die nur „einfache Antworten“ hätten. „Was ist das denn für eine Zeit, in der man den größten Unsinn erzählen kann und, wenn man dafür kritisiert wird, am Ende sagt ‘Das wird man ja wohl noch sagen dürfen’“, klagte Kretschmer.

Für den Islam-Kritiker und PI-Autor Michael Stürzenberger hat sein Auftritt bei der Pegida-Kundgebung möglicherweise strafrechtliche Konsequenzen: Wie die Polizei am Sonntag abend mitteilte, prüft sie, ob seine Rede den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt. Stürzenberger hatte darin unter anderem rhetorisch gefragt: „Wollt Ihr die Islamisierung Deutschlands?“ (pl)

Teilnehmer der Pegida-Demonstration in Dresden Foto: picture alliance/Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa

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