Verbrannte Autos und geworfene Pflastersteine: Ergebnis linksextremer Randale Foto: dpa
Rigaer Straße 94

Nach Razzien: Linksextreme kündigen Attacken auf Polizisten an

BERLIN. Nach den Razzien gegen linksextreme Tatverdächtige in Berlin haben Bewohner der teilweise besetzten Häuser zu Gewalt gegen Polizisten aufgerufen. In einem Schreiben auf der Szeneplattform „Indymedia“ mit dem Titel „Und täglich grüßt das Schweingetier …“ drohen sie Beamten sowie dem Anwalt des Hauseigentümers Rigaer Straße 94. „Sie alle sollten sich demnächst zweimal umdrehen!“

Das Landeskriminalamt (LKA) warnte seine Beamten vor Übergriffen. Dienst- und Privatfahrzeuge sollen vor jeder Fahrt auf gelockerte Radmuttern und Krähenfüße überprüft werden. Zudem sei unbedingt auf Eigensicherung zu achten, teilte das LKA in einem internen Schreiben mit, das der B.Z. vorliegt. Die Behörde rechne in den kommenden Tagen mit Brandanschläge und Sachbeschädigungen.

„Behindern, Sabotieren und Angreifen“

Hintergrund sind mehrere Razzien in Friedrichshain, Kreuzberg und Neukölln. Mehr als 550 Polizisten hatten vergangene Woche vier Wohnungen durchsucht, um Beweismittel im Fall eines Überfalls auf einen Spätkauf zu sichern. Eine rund zehnköpfige Gruppe hatte im Mai den Inhaber des Ladens zusammengeschlagen, weil dieser sich zuvor geweigert hatte, ein Paket an eine Frau auszuhändigen, die sich nicht ausweisen wollte.

In einem weiteren Gewaltaufruf vom Sonntag heißt es, gegen Polizeiaktionen gelte „es Widerstand zu organisieren“. Mit Verweis auf den „schwarzen Juli 2016“ ergänzten sie, mögliche Umbaumaßnahmen des Eigentümers „zu behindern, zu sabotieren und anzugreifen“. Im Sommer 2016 hatten Linksextreme eine Serie von Brandstiftungen und Attacken auf Unternehmen und Politikerbüros verübt, weil die Polizei das besetzte Haus Rigaer 94 teilweise räumen wollte. Das Landgericht Berlin erklärte die Räumung später jedoch für rechtswidrig. (ls)

Verbrannte Autos und geworfene Pflastersteine: Ergebnis linksextremer Randale Foto: dpa

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